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Berlin stellt Beleuchtung von Wahrzeichen ein

28.07.2022 • 16:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Berlin spart Energie und beleuchtet den Dom nicht mehr.
Berlin spart Energie und beleuchtet den Dom nicht mehr. (c) IMAGO/Sabine Gudath (IMAGO/sabine gudath fon 01723207255)

Im Kampf gegen den Energienotstand greift die deutsche Hauptstadt Berlin zu drastischen Mitteln. Seit gestern Abend werden berühmte Wahrzeichen, wie der Dom oder die Marienkirche, nicht mehr beleuchtet.

Berlin macht Ernst. Nachdem in den letzten Tagen immer mehr Städte über nötige und unnötige Beleuchtung debattierten, sollen in der deutschen Hauptstadt nun 200 Wahrzeichen und öffentliche Gebäude bei Einbruch der Dunkelheit nicht mehr beleuchtet werden. Primär soll damit Strom gespart, der Energienotstand in Angriff genommen werden.

Doch sei der Energiespar-Effekt entscheidend, nicht die reine Wirtschaftlichkeit, die in dieser Lage schwer kalkulierbar sei, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am Mittwochabend traf es die ersten Sehenswürdigkeiten. So “tappten” das berühmte Reiterstandbild Unter den Linden, der Dom, die Marienkirche, der Lustgarten, das Zeughaus und das Alte Palais im Dunkeln.

Für das “Dimmen” der Stadt wurde eine Fachfirma beauftragt, die die Strahler nun nach und nach abklemmen soll. Laut Berliner Zeitung wird das Ausschalten aller Leuchten rund vier Wochen dauern.

Wie die Zeitung vorrechnet, sind jährlich rund 200.000 Kilowattstunden Strom nötig, um die 200 Wahrzeichen der Stadt zum Strahlen zu bringen. Die Kosten belaufen sich dabei auf 40.000 Euro pro Jahr.

Politikerinnen wie die Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) begrüßen den Schritt. „Angesichts des Krieges gegen die Ukraine und der energiepolitischen Drohungen Russlands ist es wichtig, dass wir möglichst sorgsam mit unserer Energie umgehen. Das gilt auch und gerade für die öffentliche Hand”, zitiert die Berliner Zeitung Jarasch.

Scharfe Kritik kommt indes von der AFD. “Künftig ist nicht mehr Paris das Vorbild, sondern Pjöngjang. Unter Rotgrünrot wird’s in Berlin zappenduster”, kommentiert der Parlamentarische Geschäftsführer Ronald Gläser auf Twitter.