Kärnten

28 Pfleger mit Covid-19 infiziert

30.11.2020 • 15:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Frühjahr gab es keinen einzigen Fall in einem Heim, das hat sich dramatisch geändert
Im Frühjahr gab es keinen einzigen Fall in einem Heim, das hat sich dramatisch geändert APA/Sebastian Kahnert

Momentan gibt es in Kärnten in 43 der 76 Alten- und Pflegeheime Coronafälle.

28 Mitarbeiter und neun Bewohner wurden in einem Pflegeheim im Bezirk St. Veit positiv auf Covid-19 getestet. Das wurde am Montag bekannt. Wie sich so viele anstecken konnten, kann von offizieller Seite nicht gesagt werden. Hinter vorgehaltener Hand wird auf die vielen Coronafälle hingewiesen, die in der näheren Umgebung aufgetreten sind. Vonseiten der Geschäftsführung gibt es keine Stellungnahme. Kann es aufgrund der hohen Infektionszahlen zu einem Engpass beim Pflegepersonal kommen? Wen dem so ist, gebe es, so Gerd Kurath vom Landespressedienst, die Möglichkeit der Ausfallssicherheit des Landes. So könnte man zum Beispiel auf mobile Pfleger zurückgreifen.

Im Frühjahr hatte es in den Kärntner Alten- und Pflegeheimen keinen einzigen Coronafall gegeben. Das hat sich im Herbst nun leider schlagartig geändert. Aktuell sind 43 der 76 Heime von Covid-19-Infektionen betroffen. Das sei eine Momentaufnahme, die Situation könne sich binnen weniger Stunden ändern. Die Schutzmaßnahmen noch weiter zu verschärfen, sei de facto nicht mehr möglich, “mit dem Besuchsverbot sind wir am Maximalprogramm”, sagte Gesundheitsreferentin Beate Prettner am Montag gegenüber der Austria Presse Agentur.

Dass es im Herbst derartig viele Infektionen gegeben hat bzw. gibt, führt Prettner darauf zurück, dass “das Virus überall ist, in allen Bevölkerungsschichten, Alters- und Berufsgruppen”. Die relative Ruhe in den Sommermonaten habe wohl dazu geführt, dass die Menschen die Sache nicht mehr so ernst genommen hätten.

Wenn das Virus einmal in einem Heim angekommen sei, könne man eine Ausbreitung nur ganz schwer verhindern, sagt die Gesundheitsreferentin: “Das geht, wenn es vielleicht nur ein oder zwei Fälle sind, die man isolieren kann, ansonsten ist es fast unmöglich.”

Meist nur ein bis zwei Fälle

Zusätzliche Probleme gebe es etwa mit Demenzpatienten, die nicht in ihren Zimmern blieben. “Die wandern überall herum, und das hat dann natürlich Auswirkungen.” Die Lage in den Kärntner Heimen sei aber derzeit nicht kritisch. Prettner: “Es gibt viele Heime, wo nur ein oder zwei Fälle aufgetreten sind.” In den beiden Klagenfurter Heimen, wo das Virus vor einigen Wochen besonders schlimm gewütet hatte, habe sich die Situation inzwischen deutlich gebessert. Dort gebe es derzeit nur je einen Infektionsfall.

Für diese Woche kündigte Prettner eine neuerliche Videoschulung in Sachen Hygiene mit den Heimverantwortlichen an. Dazu soll die Testfrequenz von bisher einmal die Woche auf zweimal erhöht werden. Wenn das Besuchsverbot wieder aufgehoben wird – vermutlich frühestens in ein bis zwei Wochen – werde es ein neues Besuchsmanagement geben: “Da wird es strenge Kontrollen geben, damit die Hygienemaßnahmen strikt eingehalten werden.”

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