Kärnten

Kärnten: 14 Schulklassen in Quarantäne

04.10.2021 • 14:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Amtsärzte entscheiden wer von K1 auf K2 herabgestuft wird.
Amtsärzte entscheiden wer von K1 auf K2 herabgestuft wird. bluedesign – stock.adobe.com

Vorgehensweisen bei Corona-Kontaktpersonen wurden vereinfacht.

Mit 27. September wurden die behördlichen Vorgehensweisen bei SARS-CoV-2-Kontaktpersonen durch das Sozialministerium angepasst und in einigen Bereichen vereinfacht. Die neuen Richtlinien gelten ohne Abänderungen für Kärnten, obwohl jedes Bundesland schärfere Regeln einführen kann: “Wir halten es derzeit nicht für sinnvoll und nötig, hier andere Regeln einzuführen. Wien und Salzburg haben immer wieder Änderungen, aber das führt nur zu mehr Verwirrung und einen ,Fleckerlteppich’ aus unterschiedlichen Richtlinien, weshalb wir uns an die Vorgaben des Bundes halten”, erklärt Gerd Kurath, Corona-Beauftragter des Landes Kärnten.

Als Kontaktperson gilt, wer mit einer nachweislich infizierten Person zwei Tage vor und 14 Tage nach der Ansteckung für mehr als 15 Minuten und in weniger als zwei Meter Abstand zusammengetroffen ist. Sie gilt dann als Kontaktperson der Kategorie 1 (KP1) und muss sich für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Nach fünf Tagen ist ein Freitesten mit einem PCR-Test möglich.

Ausnahmen

Ist es vertretbar, die Einschätzung übernimmt immer die Amtsärztin, so werden Geimpfte (bis zu zwölf Monate nach Vollimmunisierung), Genesene (sechs Monate) und Personen, die einen Nachweis über neutralisierende Antikörper erbringen können (drei Monate) in die Kategorie 2 (KP2) abgestuft.

Eine Herabstufung ist auch möglich, wenn nachvollziehbare Maßnahmen, wie eine Trennwand oder Mund-Nasen-Schutz das Infektionsrisiko minimieren konnten.

KP2 müssen sich nicht absondern, es werden allerdings in bestimmten Fällen Verkehrsbeschränkungen empfohlen. Dazu zählen zum Beispiel für die Dauer von zehn Tagen die Vermeidung von sozialen Kontakten und großen Menschenansammlungen, das nicht Benützen von öffentlichen Verkehrsmitteln und das Tragen einer FFP2-Maske beim Verlassen der Wohnadresse. Auch diese Beschränkungen können nach fünf Tagen mittels PCR-Test aufgehoben werden.

Schulen und Kindergärten

Kommt es bei Kindern unter zehn Jahren, bis zum Ende der vierten Schulstufe, zu einem positiven Fall, sind alle in der Klasse, inklusive dem Lehrpersonal, als KP2 einzustufen. Werden mehr als zwei Kinder positiv getestet und direkte Sitznachbarn und enge Kontaktpersonen können nicht genau identifiziert werden, dann können Teilgruppen, oder auch die gesamte Klasse als KP1 klassifiziert werden und müssen in Quarantäne.

Ab der fünften Schulstufe müssen die direkten Sitznachbarn und alle engen Kontakte eines bestätigten Corona-Falles in Absonderung. Alle anderen in der Klasse werden als KP2-Personen eingestuft. Allerdings kann auch die Amtsärztin in Einzelfällen Ausweitungen vornehmen, denn Sitznachbarn können, je nach Unterrichtsfach wechseln, oder sind nicht genau eingrenzbar.

Seit Montag, 9 Uhr früh, sind in Kärnten alle Schüler aus 14 Klassen in Kärnten in Quarantäne. Einige Schüler aus zumindest vier weiteren Schulklassen sind in Absonderung. 37 Schüler sind – Stand Dienstag der Vorwoche – positiv auf das Coronavirus getestet.

Gesundheits- und Pflegepersonal

Prinzipiell gelten hier die gleichen Regeln wie für alle anderen, allerdings kann hier versorgungskritisches Personal in Ausnahmefällen auch als KP1 weiterhin arbeiten, wenn es unentbehrlich ist und dadurch unabwendbarer Schaden entstehen würde. Die sogenannte Arbeitsquarantäne wird allerdings kaum mehr angewendet, da die Durchimpfungsrate in dieser Gruppe inzwischen sehr hoch ist.

Profisportler und Künstlergruppen

Für Profisportler und Künstlergruppen gibt es ebenfalls Ausnahmen, wenn sie als Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft werden. Auch sie müssen sich absondern, ihren Gesundheitszustand beobachten und protokollieren, dürfen aber an Proben und Trainingseinheiten teilnehmen. Vor jedem Wettkampf und Auftritt, und bei Begegnungen mit anderen Mannschaften ist allerdings ein negativer Corona-Test erforderlich.

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