Kärnten

Ausreise-Kontrollen in Kärntner Bezirken?

01.11.2021 • 17:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ausreisekontrollen sollen stichprobenartig verlaufen
Ausreisekontrollen sollen stichprobenartig verlaufen Florian Eder (Archivfoto)

Villach-Land hat mittlerweile eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 500.

Kärnten verzeichnete am Sonntag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit elf Monaten. 414 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden gemeldet. Am Montag (Allerheiligen) sind es 342 neue Fälle, die registriert wurden. Der Bezirk mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz ist in Kärnten derzeit Villach-Land. Am Montag (Stand 14 Uhr) kletterte dieser Wert nun über 500. Konkret hat Villach-Land aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von 514,5. Danach folgen Hermagor mit 432,1, Villach-Stadt mit 420,6 und Spittal/Drau mit 411,2. Wie das Land Kärnten meldet, sollen ab einer Inzidenz von 500 weitere Maßnahmen in Kraft treten.

Doch was bedeutet das konkret? “Es könnte passieren, dass wir wieder Ausreisekontrollen einführen”, sagt Gerd Kurath, Corona-Sprecher des Landes. “Jedoch würde nicht jeder kontrolliert werden, der aus dem Bezirk fährt, es würde stichprobenartig ablaufen.” Kurath verweist auf Wiener Neustadt, nach dessen Vorbild man sich das vorstellen könnte.

Doch wann genau der Fall eintritt, könne man nicht nur anhand der Sieben-Tage-Inzidenz ausmachen. Auch Impfquote und Belegung der Krankenhausbetten (115 Personen sind in Kärnten am Montag hospitalisiert, 19 davon befinden sich auf einer Intensivstation) spielen in die Rechnung mit hinein. Wann ein Bezirk als Hochrisikogebiet eingestuft wird, zeigt der “Schlüssel” des Sozialministeriums. “Als Hochrisikogebiet im Sinne dieses Erlasses gilt ein Bezirk, in dem – abhängig von der Durchimpfungsrate bezogen auf die Gesamtbevölkerung – die über sieben aufeinanderfolgende Tage gemittelte durchschnittliche 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner folgende Werte übersteigt”, heißt es in dem Erlass.

Die nächsten Tage zählen

Das bedeutet vorerst einmal, dass es im Bezirk Villach-Land, in dem die Impfquote knapp unter 60 Prozent liegt, auf die nächsten sieben Tage ankommt. Kurath: “Wir beobachten die Situation ganz genau und müssen uns genau anschauen, was Sinn ergibt. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass reine Ausreisekontrollen bei uns zum Teil keinen Effekt hatten. Erst als auch andere Ortschaften mit Maßnahmen belegt wurden, wurde es besser.” So kann er sich vorstellen, dass auch nur einzelne Bereiche oder Gemeinden eines Bezirks von Ausreisekontrollen betroffen sein könnten. Kurath: “Über die genauen Maßnahmen werden dann die Experten beraten.”

Verschärfungen ab Donnerstag

Erste Maßnahmen treten ab 4. November in ganz Kärnten in Kraft: 2-G-Regel in der Nachtgastronomie und bei Veranstaltungen ab 500 Personen, FFP2-Maskenpflicht im Handel.

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