Kärnten

Lenkerin gestand Mord an Villacherin

31.01.2022 • 17:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Briefe, ein Plüschtier und Kerzen an der Unfallstelle
Briefe, ein Plüschtier und Kerzen an der Unfallstelle Kleine Zeitung/Weichselbraun

Eine Mutter und ihr Kind (5) wurden in Villach von einem Auto erfasst.

Fassungslosigkeit und Trauer herrschen, nachdem eine Mutter und ihr Kind sterben mussten: Im Villacher Stadtteil Völkendorf wurden am Samstag eine 43 Jahre alte Villacherin und ihr fünfjähriger Sohn von einem Auto erfasst und getötet. Die 37-jährige Unfalllenkerin, eine gebürtige Rumänin, flüchtete und wurde später im Wald mit lebensgefährlichen Schnittverletzungen am Hals aufgefunden.

Jetzt wird gegen die Lenkerin wegen des Verdachtes des zweifachen Mordes ermittelt. „In den späten Nachtstunden konnte die Beschuldigte einvernommen werden“, sagt Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. „Aus der Einvernahme hat sich eindeutig ergeben, dass die Beschuldigte die Mutter des Buben töten wollte. Wir interpretieren das als Mordgeständnis.“ Bei dem Kind sei das anders. Die 37-jährige Frau sagt, den Buben habe sie nicht gesehen, ihn habe sie nicht töten wollen. „Doch das spielt für uns keine Rolle. Wir ermitteln wegen zweifachen Mordes“, betont Kitz. Das Motiv der Lenkerin sei “Eifersucht gewesen”, erklärt Kitz. Sie machte die 43-jährige Villacherin mit rumänischen Wurzeln für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich. Beide Frauen hatten denselben Ex-Partner.

Bereits am Samstag war für die Ermittler klar, dass es sich um etwas anderes handeln könnte als um einen zufälligen Unfall. „Zwischen der Verstorbenen und der Unfalllenkerin hat es ein Bekanntschaftsverhältnis gegeben“, bestätigte Kitz dann am Sonntag. „Der Ex-Mann der Unfalllenkerin ist der Vater des fünfjährigen Buben“, sagt Kitz. Die 43-Jährige sei mit ihm zusammen gewesen, die Beziehung war mittlerweile aber zu Ende. Der Mann wurde am Montag als Zeuge einvernommen.

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Die Mordverdächtige liegt derzeit im Klinikum Klagenfurt auf der Intensivstation. „Sie wird dort streng bewacht, und sobald es die Umstände erlauben, wird sie in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert.“ Die Staatsanwaltschaft wird einen Antrag auf Untersuchungshaft stellen. Für die Frau gilt die Unschuldsvermutung.

Die Unfalllenkerin lebt in Vorarlberg und dürfte extra nach Kärnten gefahren sein. Dort – in einer Wohnstraße in Villach – traf sie am Samstag gegen 16.30 Uhr auf ihre Opfer. Mutter und Kind wurden nur 500 Meter von ihrer Wohnung entfernt totgefahren. Sie starben noch direkt an der Unfallstelle.

Die Lenkerin wurde später mit schweren Verletzungen, vermutlich mit einem Messer verursacht, in einem Waldstück gefunden.

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