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Dip-Design

Unternehmer mit Mut zur Innovation

Eine neuartige Druck-Methode hat Niklas Fend (24) für sich entdeckt. Mit deren Hilfe verschönert er Autoteile, Skischuhe, Helme und sogar Urnen.

Michael Steinlechner

Trotz seiner erst 24 Jahre hat Niklas Fend bereits viel Erfahrung in unterschiedlichen Berufen gesammelt. Erlernt hat er das Handwerk des Dachdeckers und Spenglers und hat bei zahlreichen Lehrlingswettbewerben gute Ergebnisse erzielt. Doch nach dem Zivildienst beim Roten Kreuz wollte er etwas Neues in Angriff nehmen. Er beschloss, Berufskraftfahrer zu werden. „Im Sommer war ich mit dem Lkw unterwegs. Im Winter habe ich am Skilift und als Pistenretter gearbeitet. Zu dieser Zeit habe ich auch die Ausbildung zum Sprengmeister absolviert“, berichtet er. Ein paar Jahre lang hat er auf diese Weise seinen Lebensunterhalt verdient.

Bis er schließlich im Internet auf ein interessantes Video gestoßen ist: Der sogenannte Wassertransferdruck wurde darin vorgestellt. Zahlreiche Muster können auf diese Weise auf die unterschiedlichsten Materialien aufgetragen werden. So sehen dann etwa Plastik-Teile für Autos aus, als wären sie aus Carbon gefertigt. Oder der Metallrahmen eines Motorrades bekommt einen Holz-Look verpasst. Das Farbmuster wird bei diesem Verfahren auf eine spezielle Folie aufgetragen. Anschließend wird diese auf die Wasseroberfläche eines Tauchbeckens gelegt und mit einem Aktivator besprüht. Dadurch löst sich das Trägermaterial auf und das Muster bleibt übrig. Das Werkstück, welches verschönert werden soll und zuvor mit einer Farbe grundiert worden ist, wird anschließend in das Wasser eingetaucht. Das Dekor bleibt an dessen Oberfläche haften und wird dann noch mit Klarlack fixiert.

„Ich war von dieser Methode fasziniert und wollte diese unbedingt ausprobieren“, erzählt der 24-Jährige. Er besorgte sich die notwendigen Utensilien und startete einen ersten Versuch. Mit wenig Erfolg. „Ich hatte es mir einfacher vorgestellt. Denn für das Eintauchen benötigt man die richtige Technik. Ansonsten ist das Muster nicht schön auf dem Werkstück.“ Doch mit ein bisschen Übung erzielte er bald erste gute Ergebnisse.

Und er fand Gefallen an der Druckmethode. Absolvierte in Deutschland mehrere Kurse, um sich weiterzubilden, und beschloss schließlich vor knapp zwei Jahren, sich selbstständig zu machen. „Ich bin locker an die Sache herangegangen. Wennˆs in die Hose geht, geht’s in die Hose, habe ich mir gesagt.“ Doch ehe er sein Geschäft mit dem Namen „Dip-Design“ eröffnen konnte, verging noch einige Zeit. Behördengänge mussten erledigt und ein Standort gefunden werden. In der Marktgemeinde Frastanz ist der Jung-Unternehmer schließlich fündig geworden. In einer ehemaligen Tischlerei hat er seinen Betrieb eingerichtet. „Dort wurden früher auch Fenster lackiert, sodass alle behördlichen Genehmigungen für eine Lackiererei vorhanden waren. Das hat einiges erleichtert“, erzählt Fend.

Doppelte Eröffnung

Im Oktober vergangenen Jahres hat er sein Unternehmen eröffnet. Zwei Mal, wie er mit einem Augenzwinkern gesteht. „Denn bei der ersten Eröffnung hatte ich unterschätzt, wie wichtig Werbung ist. Der Andrang hat sich in Grenzen gehalten. Dafür waren beim zweiten Mal so viele Leute da, dass ich keine Zeit hatte, um kurz durchzuschnaufen.“ Doch nicht nur Wassertransferdruck bietet der 24-Jährige seinen Kunden an. Er beschriftet zudem Firmenwagen, designt Schilder aller Art, bedruckt T-Shirts oder übernimmt das Tuning von Autos. Die Zahl der Aufträge war zu Beginn überschaubar. Doch davon ließ sich der Firmengründer nicht entmutigen. „Das geht anfangs wohl jedem so“, meint er. Also begann er damit, Werbung in eigener Sache zu machen. Fuhr zu potenziellen Kunden, um ihnen seine Dienstleistungen vorzustellen, oder verteilte Flyer. „Auch viele Kollegen haben mich dabei unterstützt.“

Mittlerweile ist von den ruhigen Anfangstagen nichts mehr zu spüren. „In den vergangenen zwei Monaten habe ich teilweise von Montag bis Sonntag gearbeitet. Aber immerhin weiß ich, dass all die Arbeitsstunden meinem eigenen Unternehmen zugutekommen“, sagt er und lächelt. Der Großteil seiner Aufträge dreht sich um Wassertransferdruck oder Fahrzeugbeschriftungen. Wichtig war es dem 24-Jährigen, seine neue Druck-Methode bekannt zu machen. Schließlich ist er eigenen Angaben zufolge der erste Anbieter in Vorarlberg, der dieses Handwerk betreibt. Dabei muss er auch Aufklärungsarbeit leis­ten. „Viele Kunden wundern sich über den Preis, den ich ihnen nenne. ‚Das Werkstück ins Wasser tauchen, kann doch nicht so aufwändig sein‘, glauben sie.“ Dass dem nicht so ist, weiß der Unternehmer von seinen ersten Versuchen. Denn vor dem eigentlichen Druck muss viel Zeit in die Vorbereitung der Werkstücke investiert werden. Und schon ein kleiner Fehler beim Eintauchen kann das gesamte Muster ruinieren.

Aus 700 unterschiedlichen fixen Dekors können Fends Kunden auswählen. Die Folien bekommt er von einem Anbieter in Deutschland. „Bedruckt werden kann auf diese Art und Weise fast alles, was durch Feuchtigkeit nicht beschädigt wird.“ So hat der 24-Jährige etwa schon einen Fußballschuh verschönert. Skischuhe, Helme, oder Autofelgen hat er ebenfalls schon bearbeitet. Selbst Metall-Urnen hat er mit einem Holzmuster versehen.

Neuartige „Sprühfolie“

Der Handwerker schreckt nicht davor zurück, Neues auszuprobieren. So arbeitet er gemeinsam mit dem Liechtensteiner Unternehmen Carpimp an der Entwicklung einer „Sprühfolie“. Diese wird in flüssiger Form etwa auf die Karosserie eines Autos aufgetragen und härtet dann aus. Gefällt dem Besitzer die Folie irgendwann einmal nicht mehr, kann diese abgezogen und eine neue aufgesprüht werden. „Das ist viel einfacher, als eine herkömmliche Klebefolie anzubringen.“ Mit der Entwicklung seines Geschäfts ist Fend zufrieden. Er hat mittlerweile zahlreiche Stammkunden. Und er denkt bereits über eine Expansion nach. So könnte er sich vorstellen, einen Lehrling einzustellen. „Wann genau das sein wird, kann ich aber noch nicht sagen. Momentan bin ich nur froh, dass ich jeden Tag gerne zur Arbeit gehe“, sagt er und lächelt.

Gründlich beraten – erfolgreich starten: GRÜNDERSERVICE der WKO www.gruenderservice.at/vlbg

Dip-Design

Gegründet: 2013 von Niklas Fend

Standort: Feldkircherstraße 13,
6820 Frastanz

Angebot: Wassertransferdruck,
KFZ-Folierungen, KFZ-Beschriftungen, Textildruck, Fahrzeugtuning

Internet: www.dip-design.at

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