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konstruktionsbüro andreas huchler

Zweigleisiger Start ohne großes Risiko

Vor vier Jahren hat Andreas Huchler (34) sein Konstruktionsbüro gegründet. Dank vieler Stammkunden ist mittlerweile aus einem Nebenberuf sein Hauptjob geworden.

Michael Steinlechner

Der Weg in die Selbstständigkeit war eigentlich vorgezeichnet“, sagt Andreas Huchler über die Entscheidung vor vier Jahren sein eigenes Unternehmen zu gründen. Schließlich hatte der gelernte Werkzeugmacher 2006 die Meis­terprüfung als Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik abgelegt. Und ein Jahr später auch noch die Unternehmerprüfung absolviert. Es war nur eine Frage der Zeit, ehe der Altacher schließlich sein eigener Chef wurde. Im April 2010 war es so weit: Er meldete ein Gewerbe an und gründete das „Konstruktionsbüro Andreas Huchler“.

Nicht immer hatte der 34-Jährige seine Ziele so klar vor Augen wie heute oder vor vier Jahren. Während seiner Jugend hat er erst einmal in der AHS maturiert: „Weil ich mit 14 noch nicht wusste, was ich später einmal beruflich tun wollte.“ Danach folgte ein kurzer Abstecher an die Fachhochschule. „Technisches Produktionsmanagement“ wollte Huchler studieren. Doch die Ausbildung entsprach nicht ganz seinen Erwartungen. „Ich hatte nicht gedacht, dass dabei EDV oder Elektrotechnik eine so große Rolle spielen.“ Und so entschloss er sich, lieber eine Lehre als Werkzeugmacher zu beginnen. Seinen Arbeitgeber hatte er im Rahmen eines Praktikums kennengelernt, das er für sein Studium absolvieren musste.

Weiterbildung

Die Ausbildung bereitete Huchler Freude. Er hatte endlich den richtigen Beruf für sich gefunden. Und hatte schließlich seinen Lehrabschluss in der Tasche. Doch Stillstand ist für den kreativen Techniker nichts. Also bildete er sich in zahlreichen Bereichen weiter. Absolvierte Kurse zu Themen wie etwa Steuerungstechnik oder Maschinensicherheit und wechselte in die Konstruktionsabteilung. Bis er schließlich die Weichen in Richtung Selbstständigkeit gestellt hat. Einen radikalen Schlussstrich unter sein Angestellten-Dasein wollte er damals nicht ziehen. „Meiner Ehefrau und mir war es wichtig, dass die Firmengründung so risikoarm wie möglich vonstatten ging“, sagt Huchler. Also behielt er vorerst seinen Job und begann nebenberuflich sein Unternehmen aufzubauen. Natürlich in Absprache mit seinem Arbeitgeber. „Ich habe zu dieser Zeit weiter zu 100 Prozent gearbeitet. Habe mich also vor allem am Wochenende oder während des Feierabends um mein Geschäft gekümmert.“

Mundpropaganda

Etwa ein halbes Jahr fuhr der Altacher zweigleisig. Wochen mit über 60 Arbeitsstunden waren keine Seltenheit. Denn sein Unternehmen entwickelte sich besser als gedacht. Im Dezember 2010 wagte er schließlich den Schritt und gab seine Fixanstellung auf, um sich ganz auf seine Firma zu konzentrieren. Der nunmehrige Vollzeit-Unternehmer begann damit, seinen bereits vorhandenen Kundenstock weiter auszubauen. Und seine Auftraggeber waren zufrieden mit ihm. Empfahlen ihn weiter und sorgten durch Mundpropaganda dafür, dass ihm die Arbeit nicht ausging.

Konstrukteurs-Treffen

Doch Huchler blieb auch selbst aktiv. War etwa Mitinitiator eines Konstrukteurs-Treffens, bei dem er sich mit Kollegen austauschte. Er tat sich außerdem mit zwei befreundeten Unternehmern zusammen. Unter dem Namen „konVOR“ treten Andreas Huchler, Stefan Bitschnau (Kaplina GmbH & Co KG) und Thomas Mennel (Pii GmbH) seither gemeinsam mit ihren Firmen auf. Die Kooperation lohnt sich für alle Beteiligten. „So profitiert der Kunde etwa davon, dass wir alle unterschiedliche Spezialgebiete haben. Auf diese Weise hat er Zugriff auf ein ganzes Netzwerk an Technikern. Zudem können meine Kollegen und ich größere Projekte gemeinsam durchführen.“ Die drei Konstrukteure haben ebenfalls einen Vorteil von der Zusammenarbeit. So lässt sich etwa Geld sparen, wenn gemeinsam ein Stand auf einer Fachmesse gemietet wird. „Oder wir unterstützen uns bei Aufträgen, wenn es Kapazitätsengpässe gibt.“

Etwa 15 Kunden hat Huchler mitterweile. „Das klingt nicht nach viel, aber es handelt sich dabei um Stammkunden. Das heißt, ich habe genug zu tun“, erzählt er. Ein Großteil der Auftraggeber stammt aus Vorarlberg. Doch auch in Deutschland, der Schweiz und in Liechtenstein hat der 34-Jährige einige Kunden. In den unterschiedlichsten Bereichen ist er tätig. Etwa im Werkzeugbau oder im klassischen Maschinenbau. Genauso hat er schon Teile für Baumaschinen konstruiert oder Zeichnungen für einen Produktkatalog angefertigt. Und genau diese Abwechslung schätzt der Unternehmer an der Selbstständigkeit. „Zwar ist auch bei der Arbeit in einem Unternehmen kein Tag wie der andere. Allerdings beschäftigt man sich dabei oft mit sehr ähnlichen Fragestellungen.“

Sein erstes Büro war noch in den eigenen vier Wänden in Altach untergebracht. Mittlerweile hat der Unternehmer Räumlichkeiten in Hohenems gemietet. „Das war notwendig, denn schließlich muss ich auch Kunden empfangen. Und bei mir zu Hause im Wohnzimmer war das nicht ideal“, meint er und schmunzelt.

Gute Konstrukteure

Mit der Entwicklung seines Unternehmens ist er zufrieden. Konkrete Pläne für die Zukunft hat er noch keine. Er kann sich vorstellen, irgendwann einen Konstrukteur einzustellen. „Die dafür notwendige Zahl an Aufträgen wäre vorhanden, aber es ist schwierig gute Mitarbeiter zu finden“, berichtet der Altacher. Er denkt außerdem daran, sein Angebot zu erweitern. Derzeit arbeitet er mit einem der am weitesten verbreiteten CAD-Systeme. „Es wäre durchaus eine Überlegung wert, auch noch ein anderes System zu verwenden. Damit sind natürlich zusätzliche Kosten verbunden“, sagt der Jung-Unternehmer. Zudem müsste er sich weiterbilden und Kurse besuchen. Dafür benötigt er genügend Freizeit.

Und die ist manchmal durchaus knapp bemessen: „Es gibt Phasen mit mehr und weniger Arbeit. Unterbeschäftigt bin ich jedoch nie“, sagt Huchler und lacht. Wachstum um jeden Preis ist nicht seine Sache. „Viel wichtiger ist mir, meine bestehenden Kunden weiterhin zufriedenzustellen.“

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konstruktionsbüro huchler

gegründet 2010 von Andreas Huchler

Standort: Franz-Michael-Felder-Straße 6, 6845 Hohenems

Fachgebiete: Maschinenbau, Vorrichtungsbau, Stahlbau, Automatisierung,
Visualisierung

Internet: www.huchler.co.at

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