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Deko, Genuss und Trikes

Das Höchster Ehepaar Bernadette (55) und Edmund (58) Feurstein hat in seiner Geschäftsidee den Spaß am Verkaufen und am Trike-Fahren mit Handwerksgeschick und Sinn für Schönes verbunden: Seit einem Jahr gibt es am Kirchplatz „Bernadettes – kumm & luag“.

Heidrun Joachim (Text) und Klaus Hartinger (Fotos)

Wenn sich die Tür von „Bernadettes“ öffnet, ist klar, warum „kumm und luag“ angesagt ist: Eine interessante Mischung an Angeboten macht es schwer, nur eines zu bewundern. Aufmerksamkeit erregen zuerst schon die Tische, Stühle Regale, auf denen die Waren platziert sind. „Ich habe eine Vorliebe für alte Sachen und deswegen alle Regale, Tische, Kästen aus zum Teil weggeworfenen Stücken gebaut oder restauriert“, berichtet Edmund Feurstein.

Ja, und dann das, was auf diesen Tischen Stühlen Kästen zu sehen ist: Da ist zum einen Dekoratives, mit Akkuratesse und sehr viel Liebe von den Töchtern Beatrix (35), Sabrina (30) sowie deren Freundin Bibi aus Draht, Schwemmholz und „Hasengitter“ gestaltet. Etwa ein Schutzengel oder Kerzenständer, jedes ein Unikat. „Diese Handwerkskunst erfreut sich großer Beliebtheit. Da wird schon nach Bestellung gearbeitet“, sagt Bernadette.

Aber nicht nur Ergebnisse der Fingerfertigkeit und des Geschicks der jungen Frauen sind zu haben. Krüge, Becher, Bottiche im Landhausstil, Kerzen, Schilder, Karten, und, und, und lassen den Raum zu einer Schatzkiste werden, in der noch jeder etwas findet. Damit nicht genug.

Handgefertigtes

In einem weiteren Raum sind ausgesuchte Plüschtiere, Puppen, Kindertaschen, verschiedene Holzspielwaren für die Kleinen zu finden. „Wir legen sehr großen Wert darauf, dass die Spielwaren handgefertigt sind und keine Giftstoffe enthalten“, sagt die Chefin. Angenehmer Nebeneffekt: Hier darf der Nachwuchs spielen, wenn die Mama im Dekomaterial stöbert. Und der Papa? Nun, der dürfte in der Keller­etage etwas nach seinem Gusto finden. Denn dort stehen in Regalen made by Feurstein Flaschen mit hochprozentigem Inland, auserlesene Weine und alles, was dazugehört. Ein riesiger Tisch, Stühle – hier ist auch Platz für kleine Gruppen zum Degustier-Abend. Oder für kleine Vereins­events.

Unter anderem trifft sich hier auch der Trike-Club. Denn Feursteins sind bekennende Triker und Vorarbergs einzige Adresse für den Verleih von Boom-Trikes. Also noch etwas Interessantes für die Väter, wenn die „bessere Hälfte“ im Dekomaterial sucht und das Kind spielt? Bernadette lacht und meint: „Nicht nur für Männer sind die Dreiräder interessant. Anfangs war ich die einzige Trikerin in Vorarlberg, heute sind es zehn Frauen, die die Dreiräder bewegen.“

Edmund Feurstein ist ein begeisterter Motorradfreak gewesen: Rennmaschinen, Chopper, Goldwing ist er gefahren. Ehefrau Bernadette durfte mitfahren und hatte einen Wunsch: „Gar zu gerne wollte ich selbst mal ein Trike fahren.“ Der Ehemann und die vier Kinder erfüllten ihr diesen Wunsch zum 50er. „Eine Woche waren wir mit dem gemieteten Trike unterweg. Und diesmal saß ich vorn.“ Danach wollte sie das Trike gar nicht mehr abgegeben. Und später gab es dann das eigene Trike, und auch Edwund „sattelte“ vom Zwei- auf das Dreirad um. „Als wir im Trike-Produktionsbetrieb in Sontheim gewesen sind, gab es Gespräche mit den Verkäufern. Na ja, und da es in Vorarlberg keinen Verleih für die Dreiräder gegeben hat, haben wir dies ab 2009 übernommen.“ Zu dieser Zeit waren Feursteins noch als selbstständiges Kleinunternehmen in der Schweiz engagiert. Also keine heurigen Hasen in Sachen Selbstverantwortung?

Start im Jahr 1994

„Nein“, sagt Bernadette, die ihre Gastonomie-Laufbahn in der Höchster „Linde“ begonnen und nach der Lehre auch in der Schweiz gearbeitet hatte. Das „Angestellte sein“ war ihr irgendwann über. Sie wollte sich selbst verwirklichen, ihr eigener Herr sein. Und so startete sie 1994 durch, verdiente ihre Brötchen als Außendienstmitarbeiterin für österreichische Weinbauern. Ihr Mann hatte einen Job bei den Schweizer Bundesbahnen, half aber in der freien Zeit bei den Degustationen mit, war mit auf Messen. Nachdem aber im Laufe der Jahre die Arbeit mehr und mehr wurde, kündigte er und stand seiner Frau ab 2000 voll zur Seite. „Teilweise hatten wir zwölf Mitarbeiter, die Geschäfte liefen gut. Zumal wir anfangs die einzigen waren, die die Burgenländer Weine in der Schweiz angeboten haben“, erzählt Bernadette.

Irgendwann allerdings waren es die Feuersteins satt, ständig aus dem Koffer zu leben. Deswegen wurde der Familienrat, zudem die vier Kinder Melanie (30), Sabrina (30), Daniel (34) und Beatrix (35), einberufen und überlegt, was man gemeinsam tun könnte. „Natürlich haben alle vier selbst Berufe, Familien. Aber bei uns wird Zusammenhalt sehr groß geschrieben und einschneidende Entscheidungen miteinander beraten“, erklärt Bernadette. Und ohne den Zusammenhalt der verschiedenen Generationen wäre wohl auch die Selbstständigkeit in der Schweiz nicht zu stemmen gewesen. „Das ist richtig, meine Mama hat uns da kräftig unterstützt.“

Nun zum einen war klar, die aus dem Hobby Trike fahren resultierende Vermietung und der Verkauf der Dreiräder sollte weiter geführt werden, und so gab es das erste Standbein. Aber aus Erfahrung wussten sie auch: Ein Standbein für einen Laden ist schwierig.

Das zweite „Bein“ war schnell gefunden: Da die Töchter Sabrina und Beatrix sehr geschickt sind und Dekorationen aus Schwemmholz und Draht zu zaubern verstehen, wurden die kleinen Kunstwerke mit in die Laden-Überlegungen einbezogen. Dazu suchte Bernadette dann als Ergänzung der Angebote entsprechende Lieferanten – möglichst Familienbetriebe sollten dies sein – in Deutschland. Sie wurde fündig, aber zufrieden waren die Feursteins noch nicht. Also befanden sie: Warum sollte das Wissen aus den vergangenen Jahren vergessen werden: Und so wurden burgenländische Weine von kleinen Gütern, Spirituosen von Prinz aus Hörbranz, aber auch steirisches Kernöl, Kürbiskerne und Pestos ins Angebot aufgenommen.

Ja, und da man bei den vier Enkeln auf lehrreiche Spielwaren schaut, war auch der dritte „Strang“ bestimmt: Plüschtiere aus kleinen Familienunternehmen, handgefertigt und ohne Chemie in den Bäuchen, sowie Holzspielwaren.

Zusammenhalt

Wichtig ist den Feursteins der Zusammenhalt-Gedanke im geschäftlichen Bereich und die Mitsorge für andere. „Der Betrieb, der die Holzspielwaren herstellt etwa: Vom Erlös der Waren gehen immer zehn Prozent an die Lebenshilfe.“ Aus dem „Hilfe geben“ kommt auch der Vertrieb von Gewürzsalzen, die eine Höchsterin kreiert, über „Bernadettes“. Oder auch Produkte von Beerenwinder aus Dornbirn.
„Vor einem Jahr haben wir unser Geschäft mit einigem Zittern eröffnet. Heute wissen wir, es wird gelingen, denn die Menschen im Rheintal sind treue Kunden“, sagt Bernadette. Und – ihr Name ist auch bekannt, etwa als Gründerin des Zwillingsclubs.

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