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Prad metallveredelung gmbh

Mehrere Standbeine für den Erfolg

Metallveredelung ist die Spezialität von Patrick Novzari (27). Vor knapp eineinhalb Jahren hat er sich selbstständig gemacht. Seine Firma ist in einer Schlinser Autowerkstatt untergebracht.

Michael Steinlechner

Prad am Stilfserjoch heißt eine Marktgemeinde mit etwa 3100 Einwohnern in Südtirol. „PRAD“ heißt jedoch auch das Unternehmen mit Sitz in Schlins, das der Nofler Patrick Novzari vor knapp eineinhalb Jahren gegründet hat. Doch die Namensgleichheit ist Zufall. Weder stammt der 27-Jährige aus Südtirol noch ist er ein glühender Verehrer des Ortes. Die Firmenbezeichnung hat sich einfach aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen aller Gesellschafter ergeben: Patrick, Rainer, Andreas und Dietmar – „PRAD Metallveredelung“. Und die Unterstützung seiner Mitstreiter ist Patrick wichtig. Denn sie alle sind ebenfalls selbstständig, und er hat von ihrer Erfahrung profitiert. „Außerdem weiß ich, dass ich mich auf sie verlassen kann. Dass sie voll hinter mir stehen.“

Auf Metallveredelung hat sich der Nofler mit seinem Unternehmen spezialisiert. Gleitschleifen, Hochglanzverdichten oder -polieren gehören genauso zu seinem Angebot wie etwa das Sandstrahlen oder Entgraten von Werkstücken. Zudem hat er in seiner Werkstatt die Möglichkeit, Felgen zu reparieren oder Metallteile mittels eines Lasers zu gravieren. Zu seinen Kunden gehören Oldtimer-Freunde genauso wie Auto-Tuner, Motorradfahrer, Bootsbesitzer oder andere Unternehmer, für die er etwa Kleinserien oder Spezialteile bearbeitet.

Ideelle Bedeutung

Der 27-Jährige legt bei seiner Arbeit Wert auf Qualität. „Ich nehme mir für jeden Auftrag Zeit. Denn viele der Werkstücke haben nicht nur einen Materialwert, sondern auch eine ideelle Bedeutung für den Kunden. Etwa wenn es um Bauteile für einen Oldtimer oder ein Custom-Bike geht.“ Und Patrick weiß, wovon er spricht. Schließlich ist das Schrauben an fahrbaren Untersätzen eine seiner Leidenschaften. So hat er schon Vespas getunt und restauriert gerade einen „VW T3“. Beim Werkeln an dem Fahrzeug ist in ihm die Idee gereift, einen eigenen Betrieb zu eröffnen. „Die Arbeit hat mir Freude bereitet, und ich wollte beruflich etwas Neues versuchen“, berichtet er. Zuvor hatte er eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker abgeschlossen sowie die HTL für Automatisierungstechnik absolviert. Ein geeigneter Standort für sein Unternehmen war schnell gefunden. In einem ungenutzten Teil der Autowerkstatt von Andreas Schwärzler – einem seiner Gesellschafter – hat er seine „Zelte aufgeschlagen“. „Das Gute war, dass ich die Räume so gestalten konnte, wie ich das benötigte.“

Lange Arbeitstage

Drei Maschinen, die er gebraucht gekauft hatte, standen bei der Eröffnung seines Betriebs im Jänner 2013 in der Werkstatt. Mit Hilfe von Flyern oder auf Messen begab sich der Jung-Unternehmer auf die Suche nach Kunden und bekam schon bald erste Aufträge. „Das Geschäft hat überraschend gut angefangen. Ich hatte gleich zu Beginn sehr viel zu tun.“ Lange Arbeitstage waren keine Seltenheit. Doch nach dem ersten Hoch folgte schließlich ein kleines Tief. „Es war Sommerloch und die Aufträge wurden wieder weniger“, meint der 27-Jährige. Heute kann er darüber lachen. Denn lange hat die Durststrecke nicht gedauert. Wohl auch deshalb nicht, weil er seinen Maschinenpark kontinuierlich erweitert hat. Auf diese Weise war es möglich, seinen Kunden eine breitere Palette an Dienstleistungen anzubieten. „Damals habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, mehrere Standbeine zu haben.“

Auf eine Metallveredelungs-Methode in seinem Portfolio ist Patrick besonders stolz: das Hochglanzverdichten. Denn diese ist seinen Angaben zufolge in Vorarlberg noch nicht so bekannt. Bei dieser Art des Schleifens werden die Werkstücke so lange bearbeitet, bis ein chromähnlicher Glanz entsteht. Zudem wird die Oberfläche des Materials gehärtet, wodurch dieses widerstandsfähiger gegen Beschädigungen wie etwa Kratzer wird. „Vor allem Oldtimer-Freunde schätzen dies. Denn die Teile bleiben originalgetreu. Es wird nicht – wie etwa beim Verchromen – ein anderes Material aufgetragen. Kupfer bleibt Kupfer, Aluminium bleibt Aluminium.“

Befreundete Handwerker

Der 27-Jährige hat sich in den eineinhalb Jahren seit Gründung seines Unternehmens einen soliden Kundenstock aufgebaut. Zudem verfügt er mittlerweile über ein Netzwerk an befreundeten Handwerkern. An diese vergibt er Aufträge, die er in seiner Werkstatt nicht erfüllen kann. Wenn beispielsweise Bauteile pulverbeschichtet oder lackiert werden müssen. Er will seinen Kunden den bestmöglichen Service bieten. „Dazu gehört eben auch, dass sie mir das rohe Werkstück bringen können und dieses dann fixfertig zurückbekommen. Ich übernehme dabei wenn nötig die Koordination mit den anderen Handwerkern“, erzählt der Nofler.

Patrick genießt es, sein eigener Chef zu sein. Obwohl die Arbeitstage längst nicht nur acht, sondern schon einmal zwölf bis 14 Stunden dauern können. „Dabei habe ich auch gelernt, dass ich mir Freizeit gönnen muss. Also versuche ich, zumindest am Samstag und Sonntag nicht zu arbeiten. Samstags klappt das nicht immer“, berichtet der Unternehmer und schmunzelt.

Doch die Arbeit bereitet ihm Freude. Und er scheut nicht davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. Schließlich verlassen sich seine drei Gesellschafter auf ihn. „Sie haben mir sehr viel Vertrauen geschenkt, und ich möchte sie nicht enttäuschen. Ich freue mich, wenn sie ebenfalls davon profitieren, dass die Firma gut läuft.“

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