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Schönheit und Selbstständigkeit

Die individuelle Schönheit jedes Menschen hervorheben – das ist das Ziel von Katharina ­Hohenegg. Privat/Vaccaro (1)

Die individuelle Schönheit jedes Menschen hervorheben – das ist das Ziel von Katharina ­Hohenegg.

 Privat/Vaccaro (1)

Kosmetikerin Katharina Hohenegg (34, aus Bezau) betreibt heute ein eigenes Schönheitsstudio. Wie die zweifache Mutter ihr Ein-Personen-Unternehmen und die Familie unter einen Hut bringt.

Von Christina Vaccaro

Die Liebe zur individuellen Schönheit brachte Katharina Hohenegg vor vier Jahren dazu, sich als Kosmetikerin und Permanent-Makeup-Stylistin selbstständig zu machen. Heute führt die Bregenzerwälderin in Bezau ihr eigenes Kosmetik- und Nagelstudio. „Natürlichkeit spielt für mich bei den Nägeln eine große Rolle“, sagt Hohenegg und zeigt ihre gepflegten Hände mit vorbildlichen Nägeln. Im Bregenzerwald werde das Natürliche mehr geschätzt als das Künstliche, weiß die Stylistin.

Von der Maniküre über Makeup, Permanent Makeup bis hin zur Gesichtsbehandlung: die gelernte Kosmetikerin feilt, reinigt, peelt, zupft und sugart an Haut, Haar und Nagel. „Steckenpferd sind Makeup genauso wie die Gesichtsmassage“, sagt Hohenegg. „Die Massage ist Teil einer jeden Gesichtsbehandlung. Als Einzelunternehmerin kann ich mir dafür genügend Zeit lassen.“

Flexibilität. Feste Öffnungszeiten gibt es im Studio „Kosmetik Hohenegg“ inmitten der Bregenzerwälder Bergkulisse nicht, behandelt wird ausschließlich nach Terminvereinbarung. Als Mutter zweier Kinder im Alter von acht und sechs Jahren schätzt Hohenegg die flexiblen Arbeitszeiten sehr. „Wenn eines meiner Kinder ein Fußballmatch hat oder in der Schule eine Aufführung ist, bin ich dabei“, sagt sie. „Als Selbstständige genieße ich die volle Freiheit.“

Unterstützung. Die junge Frau arbeitete vor ihrer Unternehmensgründung in einem Dornbirner Kosmetikstudio, in dem sie auch ihre Lehre absolviert hatte. „Die Idee der Selbstständigkeit hatte ich immer schon im Kopf“, erinnert sich Hohenegg an ihre ersten Berufsjahre. „Am Ende der zweiten Karenz fragte ich mich, was ich tun sollte – wieder in ein Angestelltenverhältnis gehen oder selbstständig arbeiten?“

Schließlich entschied sich Hohenegg nach vier Karenzjahren für die Selbstständigkeit. Ihre Eltern wussten, dass sie etwas Eigenes machen wollte und boten ihr deshalb an, die Kinder zu betreuen, während sie arbeitete. „Meine Kinder wohl behütet bei meinen Eltern zu wissen, war mir sehr wichtig. Ohne die Unterstützung meiner Familie hätte ich den Schritt in die Selbstständigkeit wohl nicht gewagt.“

Nach sieben Jahren Berufserfahrung sollte ein neuer Abschnitt ihres Arbeitslebens beginnen. „Ich wollte ohne Risiko in die Selbstständigkeit starten. Deshalb bin ich ein Jahr als mobile Nageldesignerin mit meinem Köfferchen und per Auto unterwegs gewesen“, erzählt Hohenegg. „Anfangs ging es ‚tröpfchenweise‘ – eine Kundschaft, zwei Kundschaften in der Woche, dann drei … Für mich war dieser sanfte Berufseinstieg super. Mein Jüngster war zum damaligen Zeitpunkt zwei Jahre alt.“ Die sich allmählich steigernde Auftragslage erlaubte auch ihren Kindern, in die Selbstständigkeit der Mutter hineinzuwachsen. „Die Kinder wussten, dass ich nicht gleich den ganzen Tag weg bin, sondern nach ein bis zwei Kundschaften wieder nach Hause komme. Das war für alle Beteilig­ten sehr angenehm.“

Geduld. Weder zu Beginn noch im weiteren Verlauf sollte Hohenegg viel Geld in Werbung investieren müssen. Die meisten Kunden führte Mundpropaganda zu ihr. Dennoch war die Tätigkeit als mobile Kosmetikerin, die zu ihren Kunden nach Hause kommt, in den Augen der Bezauerin nicht zukunftsträchtig. „Die Fahrerei war nie ein Dauerkonzept für mich, ich wollte mich niederlassen. Nach einem Jahr hatte ich glücklicherweise einen stabilen Kundenstock aufgebaut, und dieser ermöglichte es mir, sesshaft zu werden.“

Schwieriger Anfang. Die Suche nach Räumlichkeiten gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Schließlich bezog Hohenegg ein Büro im „Wälderhaus“ in Bezau. „Ich war froh, eine Möglichkeit gefunden zu haben, wieder kosmetische Behandlungen anbieten zu können.“

Nach einem weiteren Jahr fand die Kosmetikerin schließlich ihr jetziges Studio am Staudenhof. „Hier ist es super, ich bin total zufrieden – der Standort ist gut, die Größe optimal“, sagt Hohenegg und wirft dabei einen zufriedenen Blick in ihr kleines, modern und hell eingerichtetes Studio. Finanziell hat die Einzelunternehmerin Schritt für Schritt ihre Investitionen durch ihre Einnahmen erwirtschaftet. Einen Schuldenberg wollte sie sich ersparen.

Die ersten zwei Jahre seien am anstrengendsten gewesen, berichtet die Wälderin. „Ganz am Anfang gab es schon Tage, wo ich unsicher war, mir dachte: nur eine oder zwei Kundschaften für die ganze Woche … Dieses Abwarten hat mich herausgefordert.“

Geduld und Zuversicht waren notwendig. Als positiv denkender Mensch half Hohenegg die innere Einstellung und das Vertrauen in ihr Können, und so hatte sie nie Angst. Zwei Jahre nach Beginn ihrer Selbstständigkeit wurde der Weg dann ebener.

Herausforderungen. Neben den Kosmetikbehandlungen fallen auch Buchhaltung, Reinigung und Organisation an – auch die Organisation, „damit zu Hause alles läuft“. All diesen Dingen gerecht zu werden, fordert die 34-Jährige zwar, aber: „Trotzdem ist es eindeutig von Vorteil, selbstständig zu sein“, zieht Hohenegg Bilanz.

Als Jugendliche spielte Hohenegg viel Theater, verkörperte etwa die Mutter Courage im Stück von Bertold Brecht, sang auf der Bühne und tanzte. Theaterspiel war ihre Leidenschaft.

In die Ferne. Nach der Matura hatte die Bregenzerwälderin das Bedürfnis, die Ferne zu erkunden. „Ich wollte die Schauspielschule besuchen, das hat aber leider nicht geklappt. Dann habe ich ein Jahr lang Theaterwissenschaft in Wien studiert. Doch das war nicht das, was ich wollte. Ich wollte auf die Bühne“, erzählt Hohenegg. Diesen Traum hat die Kosmetikerin nie aufgegeben. „Ich kann mir vorstellen, wenn die Kinder größer sind, bei einer Laiengruppe mitzuspielen oder selbst etwas auf die Beine zu stellen. Vielleicht entwickelt sich in Bezau einmal etwas in diese Richtung“, sagt sie.

Als die drei wichtigsten Eigenschaften eines Selbstständigen nennt Hohenegg Freude an der Arbeit, Disziplin und Durchhaltevermögen. „Mir bereitet es Freude, Ideen zu verwirklichen.“ Man darf also gespannt sein, welche Wege die selbstständige Kosmetikerin, zweifache Mutter und Laienschauspielerin noch gehen wird.
Weitere Informationen unter:
www.epu.wko.at

Zur Person

Katharina Hohenegg

Kosmetikerin, Permanent-Makeup-Stylistin

Geboren am 6. Februar 1983 in Bezau, wohnhaft in Bezau

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Singen, Tanzen

Standort: Bezau, Staudenhof 514, www.kosmetik-hohenegg.at

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