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Pier 69

Unter neuer Flagge

Am Freitag eröffneten Stefan Köb (l.) und Lukas Buttazoni ihr neues Lokal.

Am Freitag eröffneten Stefan Köb (l.) und Lukas Buttazoni ihr neues Lokal.

Aus dem Bregenzer Hafenrestaurant ist Pier 69 geworden. Die beiden Kapitäne Lukas Buttazoni und Stefan Köb haben einen völlig neuen Kurs eingeschlagen.

Von Sonja Schlingensiepen
und Klaus Hartinger (Fotos)

Zwei große Segel hängen über der auf Hochglanz polierten Bar. Das Angebot ist reichhaltig. Vom heimischen Gin über ausgefallenen Rum bis zum schottischen Single Malt. Hinter der Bar funkelt die neue Kaffeemaschine. Bei den vielen Tasten und Knöpfen scheint das Bedienen eine Wissenschaft für sich zu sein. „Die Maschine ist noch nicht perfekt eingestellt“, sagt Lukas Buttazoni, einer der beiden Geschäftsführer. Der Kaffee, den er wenig später serviert, ist dennoch gut.

Neu und gemütlich. Im ehemaligen Bregenzer Hafenrestaurant ist vieles neu. „Wir haben komplett renoviert. Bis auf die Bodenplatte wurde alles entfernt“, berichtet Buttazoni. Von 16. Jänner bis zur Eröffnung am 2. März waren die Handwerker zugegen. Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Einladende Holzdielen, gemütliche neue Sessel mit passenden Tischen. Seillampen, ganz im maritimen Stil, hängen von der Decke. An den Wänden sind drei große Gemälde zu sehen. Die Künstlerin Maria Gabriel aus Nenzing hat diese angefertigt. Zu sehen ist das Bregenzer Molo mit den Sunsetstufen, Schiffe mit einem Leuchtturm sowie – passend zum Namen des neuen Lokals – eine Anlegestelle.

Wie die beiden Geschäftsführer Stefan Köb und Lukas Buttazoni auf den Namen Pier 69 gekommen sind? „Wir haben in der Tat etwas länger überlegt. Das Gebäude war früher eine Zollhalle. Nachdem das aber nach Gebühren klingt, haben wir davon Abstand genommen und wollten lieber etwas, das mit Hafen und Wasser zu tun hat“, erzählt Buttazoni. Die 69 stehe für Bregenz – in Anlehnung an die Postleitzahl.

Ein Lokal in der Landeshauptstadt zu eröffnen, das ist für Stefan Köb nichts Neues. Bereits im Jahr 2006 startete der Junio­ren-Barkeepermeister (2003) und Berufsweltmeister als Res­taurantfachmann (2004) seine Laufbahn als eigenständiger Gastronom – und eröffnete das Paschanga. Später agierte er als Geschäftsführer des Ballhauses und der Sichtbar in Dornbirn. „2011 wollte ich ins Ausland. Ich hatte eine tolle Stelle in Miami Beach in Aussicht. Das war der Grund, warum ich die Lokale abgegeben haben“, erzählt Köb. Ein wirtschaftlicher Engpass des „Fast-Arbeitgebers“ habe aber kurzfristig dazu geführt, dass es mit der Stelle in den USA nicht geklappt habe.

Wiedersehen in Lech. So verbrachte Köb die Wintersaison 2011/12 in Lech am Arl­berg, wo er Lukas Buttazoni, einen Freund aus Berufsschulzeiten, traf. „Ich habe damals eine Ausbildung zum Koch und Kellner absolviert. Wir waren zusammen bei Cocktail-Wettbewerben, und als sich Stefan mit dem Paschanga selbstständig gemacht hat, bin ich ins Ausland gegangen“, erinnert sich Buttazoni.

Aus der Freundschaft wurde schließlich eine Arbeitsbeziehung, später sogar eine Geschäftspartnerschaft. 2012 begann der Freund aus Berufsschulzeiten als Barchef in der Bregenzer Beachbar, die Köb quasi ins Leben gerufen hatte. Seit 2014 zeichnen die beiden für den Betrieb der Lustbar in Bregenz verantwortlich.

Sieben-Tage-Woche. Die beiden Bars werden die Geschäftspartner weiterhin führen. Das Augenmerk wird allerdings vor allem auf dem Pier 69 liegen, denn Buttazoni und Köb haben sich da einiges vorgenommen. Ab April soll das neue Lokal an allen sieben Tagen der Woche geöffnet sein. Bereits ab 8 Uhr wird es Frühstück geben, später Mittagessen. „Wir wollen Businesslunch anbieten. Etwas Feineres, in der Preisklasse von 15 bis 19 Euro“, verrät Köb. Kaffee, Kuchen, Eis werden während der Nachmittagsstunden offeriert. Am Abend ist „casual fine dining“ angesagt. 240 Sitzplätze gibt es im Garten. Für bis zu 160 Gäste wird Abendessen in höherer Qualität bereitgehalten. Die übrigen 80 Plätze stehen für Barbesucher zur Verfügung.

Das Getränke-Angebot ist reichhaltig. „Einen Schwerpunkt werden wir auf Weine, Schaumweine und Cocktails legen“, sagt der ehemalige Junioren-Barkeepermeister. Bis 24 Uhr unter der Woche und bis 2 Uhr am Wochenende kann das neue Lokal besucht werden. Bei so langen Öffnungszeiten benötigen die beiden Jungunternehmer entsprechend viel Personal. 18 Männer und Frauen sind ganzjährig angestellt. Im Sommer sollen es sogar bis zu 60 Mitarbeiter sein. „Die Personalsuche war nicht einfach“, gibt Köb zu. Da dies gerade im Gastronomiebereich immer schwieriger werde, hätten sie auch lange überlegt, ob sie das Projekt „Pier 69“ überhaupt starten sollten. Schließlich wagten die beiden den Schritt doch, pachteten das Gebäude von der Bregenzer Hafen GmbH, investierten rund eine Million Euro in den Umbau und begaben sich auf Personalsuche.

Erfahrene Fachkräfte. „Dank Mundpropaganda und der Tatsache, dass wir einen guten Ruf als Arbeitgeber haben, ist es uns gelungen, viele gute Fachkräfte zu finden“, meint Köb. Einer davon sei sicherlich Koch Dennis Remo Brunner. Ein gebürtiger Lustenauer, der zuletzt Küchenchef in einem Fünf-Sterne-Hotel in Sils (Engadin) war. „Er hat dort 21 Mitarbeiter gehabt und bringt Erfahrung im Bereich fine dining mit“, berichten die Chefs. Dies seien optimale Voraussetzungen, zumal neben Kochen auf hohem Niveau einige logis­tische Herausforderungen anstehen würden. Quasi nebenher übernehmen die guten Geister der Pier-69-Küche nämlich auch das Catering für die Vorarlberg Lines.

Die Herausforderungen sind groß, die Erwartungen hoch. „In jüngster Zeit habe ich in der Tat nicht so gut geschlafen“, gibt Buttazoni zu. Doch nach und nach wird sich alles finden, sind die Jungunternehmer überzeugt. Im März sei am Montag und Dienstag noch Ruhetag – Zeit, um letzte Feinjustierungen vorzunehmen. „Im ersten Jahr werden wir uns auf die Basics konzentrieren, im zweiten Jahr wird es dann in Sachen Cocktails und Essen einige Überraschungen geben“, verspricht Köb.

Wohin die Fahrt geht, wird sich zeigen. Die Segel im Pier 69 sind jedenfalls gehisst.

<p class="caption">Küchenchef Dennis Remo Brunner war zuletzt in der Schweiz tätig.</p>

Küchenchef Dennis Remo Brunner war zuletzt in der Schweiz tätig.

<p class="caption">Neu trifft im Pier 69 auf Alt: Das Fahrrad (r.) stammt aus dem Jahr 1938.</p><p class="caption" />

Neu trifft im Pier 69 auf Alt: Das Fahrrad (r.) stammt aus dem Jahr 1938.

„Für das Restaurant wollten wir einen Namen, der mit Hafen und Wasser zu tun hat.“

Lukas Buttazoni, Geschäftsführer Pier 69
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