Karriere

Gästerekord, kürzere Buchungen, zu wenige Mitarbeiter

29.11.2022 • 19:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Winteruralub in Vorarlberg: Die Buchungslage zeigt eine "gute bis sehr gute Nachfrage" . <span class="copyright">Christoph Schöch Photography</span>
Winteruralub in Vorarlberg: Die Buchungslage zeigt eine "gute bis sehr gute Nachfrage" . Christoph Schöch Photography

WVK-Sparte und Politik mit Nachfrage zufrieden, auch wenn sich teilweise ein geändertes Buchungsverhalten zeigt. Von der Sommersaison gab es nur Positives zu berichten.


Als „gut bis sehr gut“ bezeichnete die WKV-Spartengeschäftsführerin Kerstin Biedermann-Smith im gestrigen Pressefoyer die Buchungslage für die bevorstehende Wintersaison. Zuversichtlich zeigte sich auch Landesrat Christian Gantner, der vom „ersten richtigen Winter nach zwei Jahren Pandemie“ sprach. Die Betriebe seien entsprechend motiviert, Herausforderungen gebe es dennoch viele, etwa die Situation am Arbeitsmarkt.

Präsentierten Sommerbilanz und gaben einen Ausblick auf den Winter: Tourismus-Landesrat Gantner, Kerstin Biedermann-Smith (WKV) und Landeshauptmann Wallner. <span class="copyright">VLK/Serra</span>
Präsentierten Sommerbilanz und gaben einen Ausblick auf den Winter: Tourismus-Landesrat Gantner, Kerstin Biedermann-Smith (WKV) und Landeshauptmann Wallner. VLK/Serra

Gute bis sehr gute Buchungslage

Aber auch beim Buchungsverhalten sind Änderungen spürbar. So werden nach Angaben der Spartengeschäftsführerin beispielsweise nur mehr fünf Tage statt einer Woche gebucht. Die Teuerung sei demnach auch bei den Gästen angekommen. Ganz oben auf der Prioritätenlisten der Urlauber stehen auch die Stornobedingungen sowie klare Bedingungen bei Konditionen und Preisen. Das stelle die Betriebe aufgrund der Teuerung vor große Herausforderungen, sagte Biedermann-Smith. „Lebensmittelhändler schließen keine langfristigen Verträge mehr ab.“

Auf einen Blick

In der Sommersaison 2022 kamen rund 1,3 Millionen Besucher nach Vorarlberg. Absolut betrachtet konnten rund 226.400 (plus 21 Prozent) Ankünfte mehr als in der Sommersaison 2021 erfasst werden. Verglichen mit der Vorkrisensaison

2019 verbuchten die Tourismusbetriebe einen Gästezuwachs von 1,5 Prozent.

Im Monat Oktober 2022 wurden in Vorarlberg rund 161.000 Gäste gezählt. Im Vormonatsvergleich konnte die Besucherzahl um 3,4 Prozent gesteigert werden. Ebensofiel das Gästeergebnis gegenüber des Vorkrisenmonats 2019 um zwei Prozent höher aus.

15.000 Personen sind unmittelbar in einem Tourismusberuf beschäftigt, berücksichtigt man auch das Umfeld, so sind es 31.000.

Mitarbeitermangel

Die größte Herausforderung in der Branche ist allerdings der grassierende Mitarbeitermangel. Das Saisonskontingent sei bereits ausgeschöpft. In gewissen Regionen komme es deshalb zu Angebotsanpassungen wie verkürzten Öffnungszeiten oder kleinere Speisenauswahl. „Und das obwohl wir so viele Beschäftigte im Tourismus wie noch nie haben“, betont die Spartengeschäftsführerin.

Sommertourismus auf Rekordniveau. <span class="copyright">Vorarlberg Tourismus</span>
Sommertourismus auf Rekordniveau. Vorarlberg Tourismus

Positiver Rückblick auf Sommersaison

Die Bilanz der Sommersaison 2022 kann sich sehen lassen. Gemäß den aktuellsten statistischen Zahlen wurden im Zeitraum Mai bis Oktober mehr als 1,3 Millionen Urlaubsgäste gezählt. Noch nie kamen im Sommer mehr Touristen ins Land. Biedermann-Smith spricht von einem „sehr erfreulichen Ergebnis“, das sogar den Gymnaestrada-bedingten Rekordsommer 2019 übertraf. Absolut betrachtet konnten rund 226.400 (+21 Prozent) Ankünfte mehr als in der Sommersaison 2021 erfasst werden. Verglichen mit der Vorkrisensaison (Mai 2019 bis Oktober 2019) verbuchten die Tourismusbetriebe einen Gästezuwachs von 1,5 Prozent. Die Zahl der Nächtigungen belief sich bei 4,28 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer war etwas kürzer als im Vorjahr und liegt mit knapp über drei Tagen wieder auf Vorkrisenniveau.

Wirtschaftliche Bedeutung

Landeshauptmann Wallner und Tourismus-Landesrat Gantner unterstrichen die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Land. Nach ihren Angaben werden in der Branche 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet, das sind 20 Prozent des Bruttoregionalprodukts. „Die Tourismusbranche habe die Krise erstaunlich schnell durchtaucht“, stellte Wallner fest. 15.000 Personen sind unmittelbar in einem Tourismusberuf beschäftigt, berücksichtigt man auch das Umfeld, so sind es 31.000. Die zu Ende gegangene Sommersaison verdeutliche, dass Vorarlberg auch immer mehr zur Sommerdestination werde, sagte Gantner. „Der Trend bei der Urlaubswahl geht zu sicheren Regionen, weg vom Meer und hin zum Berg.“ Zum Vergleich: In der bisher besten Wintersaison (2017/18) wurden 1,25 Millionen Gäste und 5,1 Millionen Nächtigungen gezählt.

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