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Herbsternte

Beinwell: Jetzt Wurzeln ausgraben

Beinwellblüte und Gänsefingerkraut. Noch ist Wurzelernte.

Beinwellblüte und Gänsefingerkraut. Noch ist Wurzelernte.

Im Herbst ziehen sich Wirkstoffe von Beinwell unter die Erde. In den Wurzeln konzentriert sich nun die Energie.

Von Carmen Hafner

Übers Jahr versorgen die Blätter die Pflanze. Diese recken und strecken sich dem Sonnenlicht entgegen, nehmen Energie auf. Über die Photosynthese wird diese in wertvolle Nährstoffe umgewandelt. Während die Menschen ab dem Frühling danach trachten, knackige saftige Blättchen zu sammeln, ist diese Zeit nun in den meisten Fällen zu Ende.

Jetzt, im Herbst, lassen die Bäume ihre Blätter fallen. Auch den Kräutern ist anzumerken, dass sie in dieser Jahreszeit ihre Energie auf anderes konzentrieren. Die Blätter werden lasch, welk, ziehen sich ganz zurück. Die oberirdische Vielfalt in Wiesen und an Wegen nimmt stark ab. Unter der Oberfläche allerdings geht es jetzt so richtig rund. Mehrjährige Pflanzen verschwinden ja nicht – sondern speichern ihre Energie für den Neustart im folgenden Jahr in den Wurzeln ab.

Richtig Wurzeln graben. Wenn nun auf den saisonalen Speisekarten wieder vermehrt die Rede vom heimischen Wurzelgemüse ist, herrscht auch im Kräuterkalender diesbezüglich Hochsaison. Nun steht die Herbstsonne tief und wärmt milde, sofern diese es denn überhaupt durch den Nebel schafft. Die heißen Sommertage sind in guter Erinnerung, jedoch die längste Zeit Vergangenheit. Dementsprechend müssen sich Pflanzen nun vermehrt auf den Boden verlassen und auf sich selbst konzentrieren. Man merkt es deutlich: Sobald die Blätter beginnen, zäh zu werden, empfiehlt sich deren Verwendung nicht mehr. Umgekehrt macht der Einsatz von Wurzeln wenig Sinn, wenn die Pflanze in voller überirdischer Pracht steht. Dann ist nicht viel Power in den Wurzeln, schicken diese doch alles nach oben in Blätter, Blüten und Früchte.

Für die Verwendung vieler Heilpflanzen wird nun nach deren Wurzeln gegraben. Das Geheimnis dahinter ist schlicht jenes, dass jene heilsamen Stoffe so konzentriert wie irgend möglich gewonnen werden sollen – und nirgends sonst sind diese dermaßen komprimiert zu finden wie in der Wurzel. Folgendes sollte unbedingt beachtet werden, um die Pflanze bei der Wurzelernte nicht zu schädigen:

Vorsichtig graben. Am besten wird hierfür ein geeignetes Stück Holz oder, wie richtige Kräuterhexen beschwören, ein Reh- oder Gamskrückerl genutzt. Dieses Stück Geweih ist an der Spitze etwas abgestumpft und gleitet durch die Biegung ideal unter die Erde.

Nur einen Teil entfernen. Die Pflanze lebt durch die Wurzel. Deshalb sollte nur so viel geerntet werden, dass der Pflanze immer noch genügend zur Versorgung bleibt. Nur starke ordentlich gewachsene Exemplare eignen sich. Lieber von zwei Pflanzen kleinere Mengen entnehmen als von einer zu viel.

Nicht mehr graben. Im Spätherbst und Winter darf nicht mehr gegraben werden. Auch die Pflanze braucht Ruhe. Und diese sollte den Pflanzen in der wirklich kalten Jahreszeit gelassen werden. Um Allerheiligen ist Schluss mit Graben – also die nächsten Tage noch nützen.

Beinwell. Es gibt Mittel und Wege, sich an den Gewächsen zu bedienen, wenn nicht gerade Wurzelzeit – also Frühling oder Herbst – ist. Vom Beinwell beispielsweise können auch die Blätter für die Herstellung einer wertvollen Salbe verwendet werden. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass viel mehr Material benötigt wird, wenn die Blätter verwendet werden, weil dort die Wirkstoffe nicht derart kompakt verfügbar sind. Aber wofür wird eigentlich Beinwell verwendet?

Wie es der Name schon andeutet, hilft dieser dabei, Gebeine, also Knochen, gut, heil zu machen. Die Pflanze wirkt wundheilend und gewebebildend, bei Knochenbrüchen wird dem Kraut nachgesagt, die Knochenbildung- und heilung zu fördern. Auch bei Prellungen, Gicht und rheumatischen Erkrankungen findet Beinwell als gehaltvolle Salbe Einsatz.

Wer mag, kann aus den Wurzeln auch eine Tinktur bereiten. Dafür werden saubere Wurzelstücke in hochwertigem Alkohol angesetzt und dieser nach etwa drei Wochen abgeseiht Mit in der Tinktur getränkten Tüchern lassen sich sehr einfach Auflagen zubereiten.

Der Beinwell gilt allerdings als leicht giftig, weswegen eine dauerhafte Anwendung nur äußerlich angeraten wird.

Wichtig: Hierbei handelt es
sich um Empfehlungen. Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt nie Arzt-Konsultationen.

Zur Person

Carmen Hafner

geboren 1985 in Steyr/OÖ, ist Journalistin und Kräuterpädagogin. Auf ihrem Blog www.goodblog.at erscheinen laufend Beiträge zu nachhaltigem Lifestyle. Inzwischen schreibt sie auch für die NEUE-am-Sonntag-Leser.

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