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Blick durchs Mikroskop

Im Museum für Druckgrafik in Rankweil sind derzeit die Arbeiten von Rainer Wolf zu sehen: Dattelkerne und Chilischoten in Nahaufnahme.

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Einen platt gefahrenen, vertrockneten Frosch zeigt die Einladungskarte zur Ausstellung von Rainer Wolfs Federzeichnungen und Radierungen im Museum für Druckgrafik in Rankweil. Eine Kommmemoration an ein Verkehrsopfer. Mit feiner Feder und im warmen Ton sepiafarbener Tusche zeichnete der Vorarlberger Künstler den zusammengequetschten Körper des armen Tiers. Der breite Kopf, Reste der Wirbelsäule, die verlagerten Sehnen der Beine sind zu erkennen. Durch überlagerte Schraffuren sind die konkaven Formen des verdorrten Körpers plastisch sichtbar.

Lebensvolle, pralle Formen hingegen zeigen Wolfs Zeichnungen, die eine Vielzahl von Galläpfeln, Chilischoten oder Dattelkernen darstellen.

Detailkosmos

Rainer Wolf, der 1940 in Imst in Tirol geboren wurde, in Wien Pharmazie studierte und 32 Jahre lang eine Apotheke in Wolfurt leitete, war stets auch als Künstler aktiv. Zum „Handwerk“ des Naturwissenschaftlers, seltener als zu dem des Künstlers, gehört das Mikroskop. Mit dessen Hilfe erkundet Wolf die feinsten Strukturen seiner Objekte, zeichnet sie ab, gibt das jeweilige Motiv von verschiedenen Seiten wieder und konzentriert sich Blatt für Blatt jeweils auf eine Sorte.

Wie Präparate erscheinen seine Früchtekompositionen vor weißem Grund. Keine Umgebung ist zu erkennen, und nur gelegentlich lockern Umrisslinien von Früchten die Zeichnungen auf. Es sind Stillleben besonderer Art.

Die Ausstellung wird von einem vom Designer Kurt Dornig einfallsreich gestalteten (und beim Bucher Verlag erschienenen) Katalog begleitet. Er gibt wie ein wissenschaftliches Werk die Zeichnungen im Ganzen und im Detail wieder und führt – das war Dornigs Idee – die lateinischen Bezeichnungen für Dattelkerne, für die Fruchtstände der Magnolien oder für die Samen der Kakifrucht an und ist bei der Bezeichnung für den vom Autoreifen platt gefahrenen Frosch doch mit dem Latein am Ende.

Die Ausstellung läuft noch bis 6. Oktober. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 18 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 12 Uhr.

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