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abraham lincoln vampirjäger

Geschichtsstunde mit Pathos

Trotz vieler unterhaltsamer Stellen hat der Blockbuster doch erstaunliche Längen.

Es ist nicht gerade leicht, einen Film mit dem Titel „Abraham Lincoln Vampirjäger“ ernst zu nehmen. Bedauerlicherweise nimmt sich der Historien-Fantasy-Action-Mix aber selbst recht ernst, weshalb die Hoffnung auf ein rasantes B-Movie mit viel Action und amüsanten One-Linern bald begraben werden muss – auch wenn Tim Burton als Produzent und Timur Bekmambetov als Regisseur für eine ebensolche Umsetzung der Bestseller-Vorlage von Seth Grahame-Smith hätten sorgen können.

In der vampiresken Adaption der Lincoln-Biografie von Grahame-Smith sind es verdeckte Vampire, die kein Interesse an einem Ende der Sklaverei haben, da sie stets frisches Blut benötigen und daher die Südstaaten in ihrem Kampf unterstützen. Und Lincoln hat auch persönliche Motive, hat einer der Blutsauger doch einst seine Mutter getötet.

Was man auch immer von der Genre-Kombination halten mag, die historischen Fakten hat Grahame-Smith alle parat. Lincoln bleibt dabei stets der ikonische Held der amerikanischen Geschichte, nur dass er eben mit seiner Axt auch zwischendurch Vampire enthauptet. Die Inszenierung in 3D macht jene Teile, die mehr einer pathetischen Geschichtsstunde gleichen, jedoch auch nicht plastischer – und die Action bleibt relativ überschaubar.

Wer sich bedingungslos auf die etwas bizarre Prämisse einlässt, wird mit „Abraham Lincoln Vampirjäger“ mit Sicherheit seine Freude haben. Bei allen anderen werden zwischendurch einige Fragen auftauchen: Warum wurde der Part der Hauptfigur mit dem relativ unbekannten Broadway-Schauspieler Benjamin Walker besetzt und nicht mit Eric Bana oder Adrien Brody, die im Gespräch waren? Warum wurde angesichts der trashigen Vorlage nicht mehr mit (schwarzem) Humor gearbeitet? Wie kommt Kritikerpapst Roger Ebert darauf, dass dies „ohne Zweifel der beste Film“ sei, „den wir jemals zu diesem Thema sehen werden“? Und – was zum Geier schaue ich mir hier eigentlich gerade an?

■ Ab heute im Kino.

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