Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Mit Billy Talent in Freibeuters Paradies

Billy Talent demonstrierten am Samstag ihre Begabung für angstgetriebene Pop-Punk-Hymnen im Event.Center Hohenems.

andreas feuerstein

Wenn es eine Band gibt, auf die zutrifft, dass es sich lohnt, durchzuhalten, dann ist es jene dieser vier Kanadier. Schwer vorstellbare 20 Jahre ist es bald her, da avancierten Sänger Benjamin Kowalewicz, Gitarrist Ian D‘Sa, Bassist Jonathan Gallant und Schlagzeuger Aaron Solowoniuk als Pezz zu Szenegrößen in Toronto.

Von dort bis zu ihren Shows im Event.Center Hohenems war es ein weiter Weg. Nach einem rechtlichen Disput mit einer amerikanischen Punkband selben Namens erfolgte 1999 die Umbenennung, bis zur Veröffentlichung des Debüts bei Atlantic vergingen weitere drei Jahre. Was natürlich erst gar nicht passiert wäre, hätte man nicht die richtigen Leute getroffen.

Der Rest ist übliches Narrativ: Album folgte Tour, folgte Album. 2007 spielte das Quartett mit „Billy Talent II“ im Gepäck „Die perfekte Punk-Rock- Show“ in Vorarlberg. Am Samstag war es zum zweiten Mal so weit – das vor vier Wochen erschienene Album zur Tour „Dead Silence“ noch druckfrisch.

Besser klauen geht nicht

Kowalewicz, D‘Sa, Gallant und Solowoniuk schöpften aus dem vollen Fundus: Keine Albumpräferenz, zu hören gab es einen ausgewogenen Querschnitt, dem es vor allem an einem nicht mangelte: Hits. Und die beweisen im Fall von Billy Talent eines: Besser klauen geht nicht. Wollte man eine zwischen Bandnamen angesiedelte Verortung ihres Sounds vornehmen, man könnte sagen, die Band klingt wie eine Mischung aus Offspring und System of a Down. Mit wahlweise einem Schuss Placebo, Red Hot Chili Peppers oder auch The Police („Diamond on a Landmine“ bedient sich schamlos bei Roxanne).

Doch wer wollte ihnen das verübeln? Grundlegend Neues gibt´s heute sowieso nirgends in der Musik, und an Eigenständigkeit fehlt es ja auch Billy Talent bei all ihrer Zitatfreudigkeit nicht.

Herrlich gequält

Man empfiehlt sich vor allem über die Performance. Kowalewicz, der seinem Organ herrlich Gequältes entlockt, bringt definitiv jene so wichtigen Qualitäten mit, die einen Sänger zum begnadeten Frontman machen. D‘Sa, der auch das neue Album produzierte, zaubert an der Gitarre, was den Sound der Band ausmacht – der Mann hat seine Gitarre im Griff. Die Rhythmus-Sektion Gallant/Solowoniuk liefert ihm ein Fundament von hoher Materialfestigkeit.

Was irgendwie erstaunte, wenn man sich im Publikum umsah, ist die demographische Diskrepanz zur Bühne. Natürlich, die Musik ist Rebellionsstoff für die Jugend, mit ihren bald 40 Lenzen qualifizierten sich die Heroen rein numerisch ja eher für das in diesem Alter nicht unübliche, bevorstehende „eh schon wissen“. Aber von Krise kann hier nicht die Rede sein.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.