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Don Giovanni mit Eros und Tod

Das Musiktheater Vorarlberg bringt Wolfgang Amadeus Mozarts berühmte Oper über den Verführer Don Giovanni auf die Bühne.

angelika drnek

Unsere Lesart ist vergänglich, Mozarts Musik nicht“, sagt die Münchner Regisseurin Barbara Schöne (34), deren Interpretation von „Don Giovanni“ heute Abend in der Kulturbühne AmBach in Götzis ihre Premiere erlebt. Dass Mozart durch seine Oper über den Verführer, der schließlich in die Hölle fahren muss, zwar einen „roten Faden“ gelegt aber keine festgefahrenen Strukturen vorgegeben habe, macht „Don Giovanni“ für Schöne zur Oper aller Opern.

Buhrufe sind okay

Für sie zumindest erfüllt sich mit ihrem Mozart-Engagement am Musiktheater Vorarlberg „ein Traum“. Ob sich mit Schönes Interpretation der da Ponte-Oper für Publikum und Kritiker ebenfalls ein Traum erfüllt, wird sich zeigen. Schöne allerdings versteht ihre Arbeit auch gar nicht als Auftrag zur Wunscherfüllung gegenüber dem Publikum: „Ich biete eine der möglichen Lesarten dieser Oper an. Es geht darum, Emotion auf die Bühne zu bringen und eine Geschichte zu erzählen – auch wenn es dann Buhrufe gibt. Daran ist nichts Negatives, denn berührt wurden die buhenden Besucher ja doch.“

An Emotion mangelt es weder Don Giovanni noch den anderen Figuren Mozarts wie Donna Elvira, Leporello oder Donna Anna. „Bei den Auftritten Donna Annas setzt Mozart starke Orchesterimpulse. Sie kommt mit viel Dynamik und Temperament auf die Bühne. Wie ich diese Emotionen aber deute, obliegt meinem Empfinden. Man kann sich von der Musik also leiten lassen, trotzdem bleibt alles noch deutbar,“ sagt die Regisseurin. Dass sich bereits unzählige Regisseure vor ihr an ebenso unzähligen Inszenierungen von „Don Giovanni“ abgearbeitet haben, macht es jungen Theatermachern nicht unbedingt leichter, einen frischen, neuen und stimmigen Zugang zum 1787 uraufgeführten Bühnenwerk zu finden.

Heute Abend wird jedenfalls kein „Macho-Don Giovanni“ zu erleben sein, versichert Schöne: „Er ist kein gescheiterter Held, sondern eher schon ein Antiheld, der mit dem eigenen Ruf nicht mehr zurecht kommt. Fast schon ein Holländer, ein nie Ankommender und eine Projektionsfläche für die Emotionen seiner Mitmenschen.“

Mit dem Einsatz zweier Tänzer (Christopher Rudd als Eros und Nylea Mata Castilla als Tod) wartet die Inszenierung mit einem Faustschen Moment der Seelenzerrissenheit auf.

„Wer von beiden gewinnt, ist die große Frage“, meint die Theaterfrau.

Internationale Solisten

Die 1978 in München geborene Schöne ist nicht zum ersten Mal in Vorarlberg engagiert. Bereits 2011 inszenierte sie für das Musiktheater das Musical „Hello Dolly“. Nikolaus Netzer, der vor fünf Jahren die künstlerische Leitung von Alfred Mayer übernommen hat, holte die junge Regisseurin damals ans Musiktheater, das „in Vorarlberg die einzige Institution neben dem Landestheater ist, das Oper spielt“, wie Musiktheater-Präsidentin Margit Hinterholzer betont.

Neben internationalen Solisten (nur die Rolle der Zerlina ist mit einer Vorarlbergerin besetzt, nämlich mit Iris Mangeng), stehen der Laienchor des Musiktheaters und acht Studenten des Landeskonservatoriums auf der Bühne. Für die jungen Musiker ist es eine Chance, erste Bühnenerfahrung zu sammeln.

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