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Wie zu Mozarts Zeiten: Wahrhaftig theatralisch

Starpianist Alexander Lonquich spielte mit dem Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) und dirigierte dabei auch noch fulminant.

anna mika

Ich spiele Mozart und Beet­hoven ungern mit Dirigenten“, meinte der Pianist Alexander Lonquich in einem Interview, das in der Zeitschrift PIANONews erschienen ist und im Programmheft des aktuellen Abo-Konzertes des Symphonieorchesters Vorarlberg abgedruckt ist. Natürlich weiß man, dass diese Komponisten, wie viele ihrer Epoche, ihre Klavierkonzerte ohne Dirigenten aufführten, und dass dies auch heute wieder sehr oft praktiziert wird.

Doch wenn man Alexander Lonquich beim Dirigieren erlebt, versteht man zusätzlich, warum er dieser Meinung ist. Es gibt etwa eine Handvoll Dirigenten auf der Welt, die Mozart derart lebendig und ausdrucksgeladen musizieren wie er. Das zeigte sich schon, als er zur Eröffnung des Programms Mozarts Zwischenaktmusiken zum Schauspiel „Thamos, König von Ägypten“ KV 345 dirigierte. So wahrhaft theatralisch hört man Mozart selten. Die feierliche Welt der Zauberflöte, mit der dieses Schauspiel eines Herrn von Gebler durchaus zu tun hat, spürte man ebenso wie Härte und Verwirrung. Als wunderbar visionäre Insel in diesem Ganzen erwies sich das Adagio, wo die Solo-Oboe von Heid­run Pflüger den edlen Charakter des Titelhelden malte.

Kuriose Auswahl

Die Auswahl der beiden Klavierkonzerte, die dann folgten, ist genau betrachtet kurios. Denn Beethovens Klavierkonzert Nr.2 in B-Dur Opus 19 gilt als besonders „mozartisch“, und Mozarts c-Moll Konzert KV 491 hat bereits den Bekenntnischarakter, der Beethoven eigen ist, und so wurde gerade dieses Werk Mozarts auch vorbildhaft für den Bonner Meister. Auch hier wieder staunte man, was Alexander Lonquich mit dem schlank besetzten SOV an Klangfarben und Ausdruckswelten erarbeiten konnte. Da klang es etwa bei Beethoven einmal wie Glocken, dann wieder wie harte Hiebe, und immer wieder kam eine unvorstellbar lyrische Zartheit zutage. Mozarts Konzert schließlich zeigte sich düs­ter umwölkt und fahl, und der letzte Satz mit seinen „Mannheimer Rollern“ klang zynisch bis bedrohlich.

Bei beiden Konzerten bewunderte man Alexander Lonquich, der scheinbar mühelos und stets präzise wechselte zwischen Dirigieren und Spielen, und auch letzteres war von stupendem Können geprägt.

Das Publikum im Festsaal des Landeskonservatoriums spendete jubelnden Beifall, den Alexander Lonquich bedankte mit zwei Petitessen aus Mozarts späteren Jahren, einer erstaunlichen Gigue und einem Menuett.

Heute Abend um 20 Uhr findet dieses Konzert im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg statt und morgen im Festspielhaus Bregen, 19.30 Uhr.

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