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Denkmal für den „King of Pop“

London. Legendäre Tanzschritte, der berühmte weiße Glitzerhandschuh, Hits wie „Bad“ und „Thriller“, dazu jede Menge Trockennebel, leuchtende Kostüme, riesige Videowalls, fliegende Akrobaten, eine (echte) Band und sogar ein (unechter) Affe: Viel Zirkus um Michael Jackson macht der Cirque du Soleil mit seiner „Immortal World Tour“. Am Freitagabend feierte das Programm in der Londoner O2-Arena die Europapremiere, dort wo der „King of Pop“ seine letzten 50 Konzerte geben wollte. Am 24. und 25. November wird die Show in München gastieren.

„Immortal“ beruht auf den Videos, Konzertelementen und ein bisschen auf der Biografie des 2009 verstorbenen Sängers. 50 Tänzer, Musiker und Artisten wirken mit, ein gigantischer LED-Bildschirm hebt und senkt sich und kippt bei Bedarf, ein Steg führt ins Publikum, die Gesamtprojektionsfläche des Spektakels beträgt 500 Quadratmeter. Die Veranstalter geizten beim Pressetermin vor dem Startschuss nicht mit Superlativen: 1500 Kostümstücke werden in 107 großen Kisten angekarrt, die schwerste Requisite, ein futuristische „Tanzmaschine“, wiegt 600 Kilo, eine übergroße Nachbildung von Jacksons Schuh ist 2,40 Meter hoch und – man staune – „aus orthopädischem Schaum“. Das gute Stücke wird live von Tänzern im Rhythmus bewegt. „Die Herausforderung bestand darin, die Essenz aus Cirque du Soleil und Michael Jackson zusammenzuführen und etwas Eigenes daraus zu machen, das beiden gerecht wird“, betonte der Choreograf Travis Payne, der 15 Jahre mit dem Popstar zusammengearbeitet hat. „Es ist kein Jackson-Konzert, weil er ja leider nicht dabei ist, zugleich repräsentiert ihn die Show perfekt.“ Die künstlerische Direktorin Tara Young ergänzte:

„‘Immortal‘ führt durch die Welt von Jackson. Seine Stimme ist ständig präsent. Man hört ihn aber nicht nur, wir haben auch großartiges und zum Teil bisher ungesehenes Videomaterial.“ „Immortal“ ist manchmal sehr spektakulär, wenn etwa eine Seilartistin zu „Dangerous“ in luftiger Höhe tollkühne Verrenkungen macht oder ein Großensemble in raffinierten Outfits zu „Billie Jean“ im Gleichschritt die noch immer unerreichten Bewegungen Jacksons imitiert. Und manchmal sehr verklärt, wenn Jackson als Retter der Welt fast heiliggesprochen wird („Will You Be There“). Stellenweise lässt die Opulenz (Farbenmeere, Pyroeffekte, quer durch den Saal schwebende Protagonisten) staunen, mehrmals erschlagen sich Videozuspielungen und Akrobatikeinlagen gegenseitig. „Immortal“ ist besser als so manches Popbandmusical, Popcornunterhaltung, kurzweilig, für Fans, zugleich kaum revolutionär. Wenn das Gezeigte nicht gerade ins Esoterische abdriftet, haben die Kreativen aus der Situation, eine Jackson-Show ohne Jackson inszenieren zu wollen, einiges herausgeholt.

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