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Pianist Fazil Say steht in Türkei vor Gericht

Dem Starpianisten wird die Beleidigung religiöser Werte vorgeworfen.

Der türkische Starpianist und Komponist Fazil Say muss wegen Beleidigung religiöser Werte in Istanbul auf die Anklagebank. Die erste Verhandlung sei heute vor der 19. Strafkammer des Amtsgerichts in Istanbul angesetzt, bestätigte die türkische Justiz.

Say – der auch dem Vorarlberger Publikum bekannt ist – wird vorgeworfen, er habe im Internet beleidigende Kurzmitteilungen selbst verfasst sowie andere Anwender zitiert. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 18 Monate Haft. Der Musiker selbst wollte sich nicht öffentlich äußern.

Say hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter kritische sowie scherzhaft formulierte Äußerungen verbreitet, die islamische Frömmelei und Scheinheiligkeit auf die Schippe nahmen. Die Anklage gegen ihn hat international Wellen geschlagen. Say selber hatte gesagt, er habe niemanden beleidigen wollen, die Meinungsfreiheit sei aber ein Recht für alle. „Wo immer ein Narr oder Dieb ist, allesamt sind sie Frömmler. Ist das ein Widerspruch?“, soll Say gemäß türkischen Medienberichten geschrieben haben. Vorgeworfen werden ihm auch eine flapsige Bemerkung über einen hastigen Gebetsruf eines Muezzins: „Warum die Eile? (…) Steht Schnaps auf dem Tisch?“ Auf dem Twitter-Account des Musikers waren die Nachrichten später nicht mehr zugänglich.

Fazil Say gehört international zu den bekanntesten Künstlern der Türkei. Er hatte 1994 beim europäischen Nachwuchswettbewerb für Musiker den ersten Preis gewonnen und damit den Durchbruch geschafft.

Say hat sich mehrfach kritisch über die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan geäußert und erklärt, er denke darüber nach, das Land zu verlassen.

Wegen Anklagen von Journalisten und Künstlern ist die Türkei international immer wieder kritisiert worden.

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