Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Über die Schwelle treten

Das Jüdische Museum beschäftigt sich mit der Frage, warum Menschen die Religion wechseln.

An einem Bild des die Götzen zerschlagenden Abraham müssen Besucher des Jüdischen Museums Hohenems vorbei, wenn sie die neue Ausstellung des Hauses sehen wollen – und bekommen damit den idealen Einstieg in’s Thema geliefert. Im Zentrum der Schau stehen die Frage nach Religionszugehörigkeit sowie die Gründe, die Menschen dazu bewegen, ihre Religion zu wechseln. Voraussetzung für solcherlei Überlegungen ist die Struktur monotheistischer Religionen: Es kann nur den einen Gott geben, also muss eine Entscheidung getroffen werden – für den einen oder den anderen.

Der Kurator Hannes Sulzenbacher zeichnet im Jüdischen Museum die Wege zu dieser Entscheidung nach. „Wenn man Menschen zuhört, die konvertiert sind, merkt man, dass diese Konvertitengeschichten alle ein gemeinsames Merkmal haben: Es gibt ein Vorher, ein Nachher und eine Art Passage dazwischen.“ Diese Stationen haben der Dichter Heinrich Heine und der Komponist Gustav Mahler ebenso durchschritten wie unzählige andere, die aus unterschiedlichsten Gründen einer anderen Religionsgemeinschaft beigetreten sind.

In drei Räumen, die der Konversionsstruktur „Vorher“, „Passage“ und „Nachher“ entsprechen, werden die persönlichen Geschichten von Konvertiten erzählt. Darunter sind Prominente wie Mahler und Heine, aber auch Menschen, die unbekannt sind, deren Geschichten aber stellvertretend für die vieler anderer sind. Augenmerk legen die Ausstellungsmacher sowohl auf die – oft nichtreligiösen – Gründe für einen Religionswechsel als auch auf die Überprüfung, ob sich durch die Konversion der gewünschte Erfolg für die Betroffenen eingestellt hat. Der Mittelteil der Schau ist der „Passage“, also den unterschiedlichen Ritualen, von denen Religionseintritte begleitet werden, gewidmet.

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag um 11 Uhr wird Adolf Holl über Augustinus sprechen. Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet Filmvorführungen am Spielboden ebenso wie zahlreiche Podiumsdiskussionen. Die Schau läuft bis 24. März 2013.

Mehr Information unter:
www.jm-hohenems.at

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.