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„Die Spaghetti sind immer dieselben“

Die jungen Sänger Paul Schweinester und Johannes Schwendinger sind Solisten bei Rossinis „Stabat mater“ in der Herz Jesu Kirche Bregenz.

anna mika

Anmut noch inmitten aller Schrecken“, empfand der Dichter Heinrich Heine beim Anhören des „Stabat mater“ von Gioacchino Rossini. Der vor allem als Opernkomponist Gefeierte schrieb dieses Werk etappenweise. Die Uraufführung fand 1842 statt, Rossini war damals 50 Jahre alt. Paul Schweinester, der bei der Bregenzer Aufführung das Tenorsolo singen wird, findet in diesem Werk „absolut reiche Musik“ vor, und er ist fasziniert von deren „Nähe zu Verdi“.

Sein Kollege Johannes Schwendinger beschreibt dieses Werk ähnlich: „Es ist alles drinnen. Jede Arie hat einen sehr unterschiedlichen Charakter. Der Tod ist durch ein sehr differenziertes Soloquartett, das a cappella gesungen wird, gekennzeichnet, und der Sieg der Erlösung mit der jubelnden Schlussfuge.“ Johannes Schwendinger bezeichnet sich als ein „Kind des Chores“, denn er hat schon als Jugendlicher hier gesungen, wie übrigens auch die Mezzosopranistin Veronika Dünser, die das Altsolo singt. Sein Vater Wolfgang Schwendinger hat den Chor vor 20 Jahren aufgebaut und leitet ihn bis heute. Mit diesem Konzert wird das Jubiläum des Chores gefeiert.

Mit Netrebko auf der Bühne

Johannes Schwendinger studiert an der Musikuni in Wien, unter anderem Liedinterpretation bei Robert Holl. Alle vier Soli des „Stabat mater“ kennen sich von dort. Zu den schon Genannten kommt noch die Deutsche Lavinia Dames, „die Jüngste von uns“, wie Johannes sie liebevoll charakterisiert. Der Tenor Paul Schweinester hat als Einziger des Quartettes schon die Uni abgeschlossen und ist im Engagement. Er gehört zum Ensemble der Volksoper Wien und hat in diesem Sommer bei den Salzburger Festspielen mitgewirkt, war mit Rollen in Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ und in Puccinis „La Bohème“ betraut.

Auf die Frage, wie das ist, neben so großen Solisten wie Anna Netrebko auf der Bühne zu stehen, meint er: „Die Art und Weise, wie gearbeitet wird, ist überall die gleiche.“ Und Paul vergleicht dies so: „Macht man eine Pasta, so sind die Spaghetti immer dieselben. Die Soße wird bei Sarah Wiener aber doch anders schmecken wie bei Ihnen und mir.“ Johannes Schwendinger meint auf die Frage, was für ihn die Ziele dieses doch nicht einfachen Berufsweges sind: „Ich habe bereits die Erfahrung machen können, dass die Freude, die ich selbst mit dem Singen habe, zurückkommt.“ Und damit er beim Singen in der Kirche keine kalten Füße bekommt, hat ihm seine Oma dicke Wollsocken „in dezentem Schwarz“ gestrickt. „Sie ist mein größter Fan“, sagt er – wieder sehr liebevoll.

Gioacchino Rossini: „Stabat mater“. Herz Jesu Kirche in Bregenz,
Sonntag, 21. Oktober, 17 Uhr.

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