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15 stille Trios bewegen den Raum

Die neue Ausstellung im Kunsthaus Bregenz zeigt abstrakte Kunst von Florian Pumhösl.

Das Kunsthaus Bregenz (KUB) beschließt seine Ausstellungssaison 2012 mit einem jungen Shootingstar der österreichischen Kunstszene. Der in Wien lebende Florian Pumhösl, der 2011 bei einer Einzelausstellung im Wiener Mumok mit seriellen und sehr reduzierten Arbeiten in Schwarz-Weiß aufzeigte, hat für das KUB mit „Räumliche Sequenz“ eine neue, 45-teilige Serie entworfen, die aus indigoblau bestempelten Gipstafeln besteht.

KUB-Direktor Yilmaz Dziewior und Kurator Rudolf Sagmeister zeigten sich bei der Presseführung am Mittwoch begeistert über die Schau. Pumhösl schließt mit seinen neuen Serienbildern an die Emaille-Arbeiten des Bauhaus-Künstlers Laszlo Moholy-Nagy an, der seine „Telefonbilder“ von darauf spezialisierten Firmen ausführen ließ. Im Gegensatz dazu legt der 1971 geborene Pumhösl selbst Hand an. Er ließ Tafeln aus Gips herstellen, auf die er mit einem Cliché-Stempel Farbe auftrug.

Die so entstandenen Werke sind zu 15 Trios zusammengefasst, die in unterschiedlicher Größe jeweils dasselbe Sujet zeigen. Zu sehen sind Linienkonstruktionen, die Pumhösls Interesse an frühen Webmustern reflektieren. „Durch ihre Hängung im Raum und die vom Künstler definierten Abstände zueinander erscheinen die Gipstafeln aber auch wie eine Partitur und eröffnen damit musikalische Interpretationsmöglichkeiten“, sagte Dziewior.

Zutrauen und zumuten

Pumhösl erklärte, er habe die Interaktion mit der Architektur des Kunsthauses gesucht. Seine Arbeit für das KUB sei rein abstrakt, damit mute und traue man dem Betrachter etwas zu.

„Pumhösl ist ein Glücksfall, weil er so fein mit der Architektur des Kunsthauses umgeht“, sagte Sagmeister. Der Künstler arbeite konsequent mit den Linien und Rastern, die Architekt Peter Zumthor dem Haus vorgegeben habe. „Die Ausstellung ist ein großes ästhetisches und intellektuelles Vergnügen“, so der Kurator.

Auch die KUB-Billboards an der viel befahrenen Bregenzer Seestraße werden von Florian Pumhösl bespielt. In Zusammenarbeit mit Michael Part verweisen diese Arbeiten auf die Bedeutung fotografischer Prinzipien für das abstrakte Bild. Die quadratischen, 3,3 Meter großen Textilien wurden mit dem Eisendruckverfahren gestaltet, bei dem der mit einer lichtempfindlichen Chemikalie behandelte Stoff der Sonne ausgesetzt wird und dann einen Blauton annimmt. Das Bild wurde so vom Wetter erzeugt. „Jedes Bild stellt einen Tag Belichtung dar“, erklärte Pumhösl.

Blick auf Nairobi

Parallel zur Pumhösl-Schau geben in der KUB-Arena im Erdgeschoß Arbeiten von verschiedenen Künstlern, darunter etwa Jacob Barua und Laura Horelli, einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Die von Eva Birkenstock kuratierte Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut. Dziewior nannte es eine glückliche Fügung, „dass die beiden Projekte unterschiedliche Temperamente und Dichten“ haben.

Die Schau läuft bis 20. Jänner 2013.

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