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Johann S. Bach und die Seele

„musik in der pforte“ ging beim letzten Abo-Konzert einen Weg vom „Dunkel ins Licht“.

anna mika

Pforte um sieben“, die öffentliche Generalprobe für die beliebten Feldkircher Konzerte „musik in der pforte“, ist nicht der große Publikumsrenner geworden. Vermutlich auch deswegen, weil man hier auf das Buffet verzichten muss, das es sonst bei den Konzerten, stets wunderschön angerichtet, gibt. Dennoch ist geplant, dieses Angebot weiterzuführen, wie Thomas Engel mitteilte. Denn es gibt durchaus Menschen, die diese lockere Art eines Konzertes schätzen: Die Sänger und Musiker haben für die Generalprobe ihre Alltagskleidung an, und ein- bis zweimal wird eine Stelle wiederholt, wie das eben in einer Probe so ist. Und geprobt wird genau, wenn sich Thomas Engel mit seiner Truppe aus Musikern und Sängern der Originalklangszene zu einem Konzert anschickt, und immer mehr mit einem Ergebnis, das auch die Anhänger einer nicht nur virtuosen, sondern vor allem ausdrucksvollen Musizierweise erfreut.

Drei Kantaten von Johann Sebastian Bach, geschrieben für Sonntagsgottesdienste in Leipzig zu unterschiedlichen Zeiten des Kirchenjahres, hat Thomas Engel zusammengestellt für einen Weg „vom Dunkel ins Licht“, wie er in seiner Moderation sagte. Zerstörung, Schmerzen und Sünden, dazu die Bitte um Vergebung, das ist die Welt der ersten Kantate BWV 46.

Nie verhetzt

Schwer schreitende Akkorde und harmonische Reibungen sind die Klangbilder dafür, der „Rache Blitz“ fährt gezackt auf, doch wenn „Fromme sicher wohnen“ gibt es lang liegende, ruhige Töne. Durch die intensive Musizierweise des Ensemb­les vernimmt man all dies sehr gut, die Tempi sind zwar schwungvoll, doch nie verhetzt. Und wenn Sopran Andrea Lauren Brown und Altus Markus Forster „mit schwachen, doch emsigen Schritten eilen“, so sprudelt dies wunderbar lebendig daher. Damit befinden wir uns schon in der zweiten Kantate des Abends BWV 78, die inhaltlich der Erlösung bereits näher ist. Die Blockflöten, gespielt von Thomas Engel und Claudia Gerauer, werden abgelöst von Sieglinde Größinger mit der Traversflöte und Herbert Walser-Breuß mit einem speziellen Horn.

Wunderschön konzertiert die Traversière mit dem Altus und später die Oboe von Andreas Helm mit dem Bass-Sänger Matthias Helm. Zur letzten Kantate des Abends vereinen sich alle Instrumente, zu denen noch diverse Streicher und Continuo-Instrumente gehören.

Klopfzeichen

Wieder ist die zauberhafte Musizierwiese zu loben, etwa wenn Tenor Daniel Johannsen bei der Arie „Ermuntre dich“ mit Klopfzeichen aus dem Orchester im Dialog steht, oder wenn bei der Arie „Lebens Sonne“ dasselbe wunderschön aufschwingend mit der Sopranistin musiziert. Die Lebhaftigkeit und Leidenschaft, mit der die vier Gesangssoli gestalten, trägt wesentlich zur nachhaltigen Freude bei, die dieser Abend entfacht.

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