Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Eine Geschichte aus vielen Fragen

Tue Greenfort führt in seiner Ausstellung im Kunstraum Dornbirn Fragen von Kunst, Architektur, Nachhaltigkeit und Wahrnehmung zusammen.

inge el-himoud-sperlich

Der 38-jährige dänische Künstler Tue Greenfort, der auch auf der diesjährigen Documenta 13 in Kassel vertreten war, zeigt derzeit im Kunstraum Dornbirn eine 62 Meter hohe geodätische Kuppel und eine Reihe von Mikrophonen, die Geräusche von außen ins Innere der Kuppel sowie der ehemaligen Montagehalle übertragen.

Termiten und Alkohol

Greenfort zeigt mit „Tent“ auch das Modell einer Leichtbau-Zeltkonstruktion, welche mit nur wenigen Materialien, Stangen, Seilen und Planen Schutz vor schlechter Witterung bietet. Außerdem ist unter einer Glasglocke ein Baumstamm zu sehen, an dem Termiten in Ruhe fressen dürfen und eine Flasche mit Alkohol, an der der Reinverbrauch an Energie, die wir zum Überleben brauchen, demonstriert wird.

Greenfort, der an der Frankfurter Städelschule studierte und seit vergangenem Jahr an der Kunstakademie in Odense in Dänemark lehrt, versteht sich weniger als Künstler, sondern will mit seinen Projekten Besucher und Besucherinnen dazu anregen, über Ressourcenschonung und Recycling nachzudenken.

Er greift zurück auf die Erkenntnis des deutschen Physikers und Ingenieurs Walther Bauerfeld und eines genialen Querdenkers – dem Amerikaner Buckminster Fuller, dessen Hauptwerk die Kuppel aus Stahl und Plexiglas war, die anlässlich der Weltausstellung in Montreal 1967 erbaut wurde.

Aufwand und Raum

Zur Ummantelung seiner geodätischen Kuppel nutzt Greenfort bunte Folien einstiger Werbeplakate für exklusive Mode und recyc­let sie somit sinnvoll. Wie Patchwork stoßen die bunten, aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissenen Dreiecke hier zusammen.

Greenforts 2007 geschaffenes Modell „Tent“ erinnert an Frei Ottos Leichtbau-­Zeltkonstruktionen. Er wies – wie etwa bei der Konstruktion des Zeltdachs über dem Münchner Olympiastadion – Wege für eine neuartige Architektur, die mit wenig Material- und Zeitaufwand fähig ist, einen weiten Raum zu überspannen. Seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn beschäftigt sich Tue Greenfort mit ökologischen Themen. Er schuf Land-Art-Projekte, fotografierte Füchse, die sich auf einem verlassenen Frankfurter Industriegebiet nachts tummelten und schuf Objekte aus Plastikmüll.

Die von Severin Dünser kuratierte Ausstellung läuft bis 4. November und ist außer montags täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.