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Ein Palais als Protagonistin der Kunst

Susanne M. Winterling widmet ihre Ausstellung ganz dem Haus, in dem sie zu sehen ist.

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Den Charme vergänglicher Pracht bringt Susanne M. Winterling durch ihre Ausstellung in die herrschaftlichen Räume des Palais Thurn und Taxis. Da mag einst wohl manch’ noble Kutsche durch den Ehrenhof zur weiten Treppe der ehemaligen, 1848 erbauten Villa Gülich vorgefahren sein. Mancher Gast bewunderte sicher auch den Park, den Prinz Gustav Fürst von Thurn und Taxis anlegen ließ, und in dem exotische Bäume wie Taschentuchbau, Libanon-Zeder, Robinie, Stechpalme oder Geweihbaum gediehen. Das milde Bodenseeklima machte es möglich. Seit 1984 nutzt die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs das Palais für zeitgenössische Kunst.

Die 1970 im oberfränkischen Rehau geborene Mixed-Media-Künstlerin, Filmemacherin und seit vergangenem Jahr Professorin für bildende Kunst bezieht ihre Installationen ganz auf die Geschichte des Palais. Da suchen und finden sich Parkett wie Palmen in diversen Spiegeln, als gäbe es einen Wettlauf um das Licht. Bahnen aus dunkler Folie kontrastieren diese lichte, vom Plätschern eines Bachs begleitete Installation. Ein weißes Hermelinpelzchen, Steigbügel und ein zerfleddertes Buch „Das Unzerstörbare – Ein unendliches Gespräch über Sprache, Literatur und Existenz“ des französischen Literaturtheoretikers Maurice Blanchot liegen in einer Vitrine. Der Slogan „Because we care, we use“ ist in einem weißen und in einen schwarzen Marmorquader eingraviert und auf einem Holzblock gedruckt. Vielleicht sollen die fein in Rosa- und Lilafarbtönen aufeinander abgestimmten Bilderrahmen an den Erbauer der Villa, den Pforz­heimer Schmuckfabrikant Karl Gülich erinnern, dessen Metier es war, Geschmack und Ästhetik in Einklang zu bringen. Wie Natur alles vom Menschen geschaffene zurückerobert, zeigt Winterling in ihrem Videofilm „Das Grashaus“.

Die Ausstellung dauert bis 4. November.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonn – und Feiertag 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.

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