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Helle Energie der Violine im heiligen Raum

Herbert Willis Violinkonzert „Sacrosanto“ erlebt heute seine Uraufführung im Musikverein Wien.

anna mika

Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien hat anlässlich ihres Jubiläumsjahrs 2012 den Vorarlberger Komponisten Herbert Willi mit einem neuen Violinkonzert beauftragt. Heute, am Allerheiligentag, erklingt es zum ersten Mal im Goldenen Saal, dirigiert von einem weiteren Vorarlberger, Manfred Honeck.

Seit 2008 ist der in Altach lebende Weltklassedirigent Chef des Pittsburgh Symphony Orchestra, sein Vertrag wurde vor kurzem bis 2020 verlängert. Das PSO mit Honeck ist an vier Tagen mit drei verschiedenen Programmen im „schönsten Konzertsaal der Welt“ zu Gast, und am 1. November erklingen zusammen mit dem „Requiem“ von Wolfgang Amadeus Mozart zwei Werke von Herbert Willi aus seiner jüngsten Schaffensperiode.

Im heiligen Raum

Mit den beiden Werken „Abba ma (Echo for peace)“ für Chor und Orchester und dem Konzert für Violine und Orchester „Sacrosanto“ beginne ein „neuer Weg“ in seinem Schaffen, erzählt der Komponist. Das Violinkonzert beschreibe den Lebensweg eines Menschen, auf dem sich „irgendwann mit einem Schlag alles ändert“. Durch ein vielleicht schlimmes, vielleicht aber auch schönes Erlebnis beträte der Mensch „völlig unerwartet einen heiligen Raum“. Doch Herbert Will weiß auch, dass das Leben weitergeht. „In diesem Raum können wir nicht immer sein, das drückt der letzte Satz aus.“ Den heiligen Raum fasst Willi im vierten Satz des Konzertes in Klänge: „Sacrosanto e devoto“ – „Heilig und andächtig“ lautet die Vortragbezeichnung. Seit Herbert Willi selbst diesen Raum in sich entdeckt habe, brauche er nicht mehr den Rückzug zum Komponieren. „Dieser Raum in mir ist für mich fast sichtbar, ich kann einfach hineingehen.“

Suche nach Solisten

Folgerichtig hat er für das Werk „Abba ma“ den Text des „Vater unser“ in die Vergangenheitsform gesetzt. Da heißt es dann in der sicheren Erfahrung dieses Heiligen in uns: „Dein Reich ist gekommen. Dein Wille ist geschehen.“ „Abba ma“ erklang zum ersten Mal unter der Leitung von Christoph Poppen am 30. April 2011 in Saarbrücken und wurde seither mehrmals wieder aufgeführt. Das Violinkonzert „Sacrosanto“ erlebt heute seine Welt-Uraufführung im Musikverein Wien. Solist ist Nikolaj Znaider, der dänische Star-Geiger mit polnisch-israelischer Familie. „Ich habe lang gesucht nach einem Solisten für dieses Werk. Mit Nikolaj habe ich mich sofort verstanden. Die Ebene auf der wir einander getroffen haben, hat in mir eine starke Inspiration ausgelöst“, sagt Herbert Willi.

An der Violine als Instrument liebt er besonders ihre Fähigkeit „in höchsten Höhen Linien zu ziehen.“ Er spüre darin eine ganz helle Energie, „fast ein Licht“.

Die starke Vorarlberg-Präsenz im Wiener Musikverein ist einen Tag später auch im Radio zu erleben: Der Sender Ö1 bringt die Wiedergabe des Konzerts am Freitag, dem 2. November, um 19.30 Uhr.

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