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Ein Gesamtkunstwerk für Augen und Ohren

„verKREUZungen“ heißt die beeindruckende Lichtinstallation von Philipp Geist, die derzeit in der Johanniterkirche in Feldkirch zu sehen ist.

Inge El Himoud-Sperlich

Es ist ein fulminantes Licht- und Soundspektakel, mit dem der Berliner Fotograf, Performance- und Videokünstler Philipp Geist derzeit die Johanniterkirche zum Beben bringt. Weiße Fäden unterschiedlicher Stärke durchkreuzen das Kirchenschiff, spinnen es von Wand zu Wand, vom staubigen Boden bis zur Höhe ein. Die Fäden machen sich als hell leuchtende Linien bemerkbar, sobald blaues Licht die Kirche durchdringt und kurzzeitig der Triumphbogen zwischen Chorraum und Kirchenschiff im Dunklen versinkt.

Es folgt in schneller Frequenz ein Lichtspektakel. Wörter, die dem 36-jährigen Künstler zur wechselvollen Geschichte der Johanniterkirche in den Sinn kommen, werden in kurzer Folge in den Raum und zur Decke projiziert. Nur für Sekunden leuchtet, wie ein ruhender Pol, das Deckengemälde auf, bevor weißer Theaternebel vom Chor aus den Raum einhüllt. Musik, die die etwa 30 Minuten dauernde Licht­installation vervollständigt­ und sie zu einem flüchtigen Gesamtkunstwerk für Auge und Ohr werden lässt, komponierte Fabrizio Nocci, ein Italiener, der seit fünf Jahren ebenfalls in Berlin lebt.

Zwei Mal bespielte Geist vergangene Woche zudem die Kirchenfassade. Im Schaulager der Galerie Feurstein sind gleichzeitig Gemälde und Fotos von Geist ausgestellt. Bereits im vergangenen Oktober zeigte die Galerie Arbeiten des im nordrhein-westfälischen Witten geborenen und im oberbayerischen Weilheim aufgewachsenen Künstlers, der sich hauptsächlich als Maler versteht, doch vor allem durch seine Lichtinstallationen weltweit bekannt wurde. So bespielte er das Palais Eynach in Genf, die Festung Rosenberg im oberfränkischen Kronach, in Frankfurt die Fassaden des Naturkundemuseums und der Goethe-Universität.

Äußerst beliebt waren in Frankreich die in den 1950er-Jahren aufkommenden „Son & Lumière“-Lichtspektakel an Schlossfassaden. Sie setzten die Prunkfassaden in theatralisches Licht. Durch Installationen und neue Technik gelingt es Geist, die Architektur oftmals ganz auszublenden. Er setzte „Time Lines“ am Palazzo delle Esposizioni in Rom und „Vernetzungen“ im Gartensaal von Schloss Wolfsburg.

Anlässlich der Geburtstagsfeier des thailändischen Königs Bhumibol 2009 verwandelte Geist den Palast in Bangkok neun Tage lang in ein Kunstwerk aus Licht und Farben. Im Oktober vergangenen Jahres, anlässlich der Langen Nacht der Museen, schuf Geist „Licht­Räume“ in der Münchner Theatinerkirche, die 20.000 Besucher anlockten, und beim Berliner Festival of Lights bespielte er den Potsdamer Platz.

n Johanniterkirche: Bis 4. Mai. Dienstag bis Freitag, 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 14 Uhr.

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