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Im Banne der russischen Avantgarde

Das Kunstmuseum Liechtenstein zeigt eine Werkschau zu Ilja Tschaschnik.

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Sag Malewitsch, dass ich als Künstler der neuen Kunst gestorben bin“, sagte Ilja Tschaschnik am 4. März 1929 auf dem Sterbebett. Er starb mit nur 28 Jahren an einer schweren Bauchfellentzündung. Tschaschnik, der in Ljuzin im heutigen Lettland zur Welt kam, interessierte sich für Architektur, studierte in Witebsk zunächt bei Marc Chagall und ab 1919 bei Kasimir Malewitsch und wurde dessen wichtigster Assistent.

Jetzt widmet das Kunstmuseum Liechtenstein ihm, als einem der bedeutendsten Vertreter des Suprematismus, eine fast 100 Exponate umfassende Ausstellung.

Zu sehen sind zwischen 1919 und seinem Tod entstandene (seltsamerweise unsignierte) Arbeiten auf Papier, Entwürfe für suprematistische Reliefs, für Tellerbemalungen, Textilmuster, für utopisch gebliebene Architekturprojekte sowie ein Architekturmodell. Außerdem sind nach Tschaschniks Entwürfen gestaltete Teller aus Porzellan und Keramik zu sehen, die in einer kleinen Edition und ganz aktuell in der Keramik-Werkstatt Schädler in Nendeln (FL) realisiert wurden.

Zum Suprematismus

Die umfassende Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der in Liechtenstein ansässigen Sepherot Foundation, die vor allem Kunst der russischen Avantgarde sammelt.

1978 widmete das Kunstmuseum Düsseldorf zusammen mit dem Bauhaus-Archiv in Berlin Tschaschnik eine Ausstellung und 2008 stellte das Kunstmuseum Liechtenstein das Werk von Kasimir Malewitsch und seiner Zeitgenossen vor. Auch Arbeiten seines begabten Schülers Ilja Tschaschnik waren dabei. Damals entstand der Plan, ihm eine eigene Ausstellung zu widmen.

Malewitsch, ein sicherlich charismatischer Künstler, hatte 1919 seinen jungen Schüler Ilja Tschaschnik für die Idee des Suprematismus, einer Kunstströmung, die alle Traditionen realistischer Malweisen zurückließ und allein auf geometrische Grundformen, deren harmonische Zuordnung und einer sich daraus entwickelnden Dynamik setzte, begeistert. „Vom Kubismus und Futurismus zum Suprematismus“ war 1916 seine wegweisende Schrift. Eigentlich war es keine Kunstströmung, so Friedemann Malsch, Direktor des Kunstmuseums und Kurator der Ausstellung. Es war ein neues Lebensgefühl, eine umfassende Aufbruchstimmug.

Eigener Weg

Streng, Schwarz auf Weiß setzt Tschaschnik in einer frühen Arbeit Kreisfläche, Quadrat und Kreuz in Beziehung oder kombiniert schwarze und rote Flächen. Freier werden seine späteren, geradezu plastisch wirkenden geometrischen Tusche- und Aquarellmalereien oder die Arbeiten, die auch sanftes Grün, Hellgelb und Hellblau einsetzen. Sie zeigen, dass er seinen eigenen Weg fand.

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