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Immer Weltklasse

Georg Breinschmid und 20 Jahre ohne Frank Zappa: musikalische Hommage an einen schrägen Vogel.

michael löbl

Georg Breinschmid und Vorarlberg – das scheint eine gute Kombination zu sein. Beim Feldkirch Festival, in der Dornbirner „Wirtschaft“, mit dem Symphonieorchester Vorarlberg im Festspielhaus und immer wieder am Spielboden war und ist der ehemalige Wiener Philharmoniker und jetzt wahrscheinlich Österreichs Jazz-Kontrabassist Nr. 1 regelmäßig zu Gast. Ob er mit musikalischen Promis wie Thomas Gansch, Beni Schmid und Christian Muthspiel auf der Bühne steht oder mit unbekannteren Partnern wie dieses Mal (der Schweizer Vibraphonist Thomas Dobler und der Ungar Emil Spanyi am Klavier) – wo Breinschmid draufsteht, ist immer Weltklasse drinnen. So auch am Freitag am Spielboden.

Am Rand der Verzweiflung

Unter dem Titel „20 Years With-
out Frank Zappa“ erinnerten die drei Musiker an einen der schrägsten Vögel der Musikgeschichte. Zappa – Musiker, Komponist, Musikproduzent und Filmemacher – hatte einen erstaunlichen Einfluss auf Musikerkollegen im Rock- aber auch im Klassikbereich. Was weitgehend unbekannt ist: Frank Zappa schrieb auch extrem komplizierte Orches-terwerke, die sogar das sonst durch nichts zu erschütternde London Symphony Orchestra an den Rand der Verzweiflung trieben. Erst in den letzten Jahren seines Lebens fand er mit dem Frankfurter „Ensemble modern“ jene Musiker, die diese Partituren nach seinen Vorstellungen umsetzen konnten.

Georg Breinschmids Hang zum Satirischen, zum Dadaistisch-Absurden innerhalb komplexer und doch leicht ins Ohr gehender Kompositionen macht ihn zu einem Bruder im Geiste Frank Zappas. Neben Zappa-Kompositionen („Peaches en Regalia“, „Blessed Relief“, „Son of Mr. Green Genes“) waren Stücke von Chick Corea, Johann Sebastian Bach und natürlich auch Neues von Georg Breinschmid himself zu hören.

Obwohl diese Formation erst seit Kurzem zusammen spielt, erlebte das Publikum eine geradezu verblüffende musikalische Übereinstimmung, so als wären die drei Ausnahmemusiker bereits seit Jahren ein Team. Die komplexesten Passagen werden mit einem Augenzwinkern aus dem Ärmel geschüttelt und was sich Thomas Dobler und Emil Spanyi im Laufe des Abends musikalisch alles so einfallen lassen, ist die perfekte Ergänzung zu Georg Breinschmids Groove und seinen schon bekannten Wahnsinnsaktionen auf dem Kontrabass. Das Trio Breinschmid – Dobler – Spanyi sollte die Zusammenarbeit unbedingt intensivieren und möglichst bald wieder in Vorarlberg vorbeischauen.

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