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Mit dem Kopf gegen die Wand

Lisa Ruyter und Peter Sandbichler zeigen gebogene Wände und Tierschädel – im Montafon.

inge el-himoud-sperlich

Die von Roland Haas kuratierte Winterausstellung im Kunstforum Montafon in Schruns zeigt Arbeiten der amerikanischen Künstlerin Lisa Ruyter und des Tiroler Bildhauers Peter Sandbichler.

Wilde Natur, Einsamkeit und das Leben mit Kühen mögen wohl einst das Montafon und die Vereinigten Staaten gemeinsam gehabt haben. Betritt man den Ausstellungsraum in der ehemaligen Lodenfabrik, so hört man den tosenden Litzbach direkt vor dem Haus. Absichtlich bleibt das Fenster einen Spalt geöffnet, denn der Sound des Gebirgsbaches soll den 1928 gedrehten Stummfilm „Der Wind“ des schwedischen Regisseurs Victor Sjöström phonetisch untermalen. Der Film zeigt ein Familiendrama in der texanischen Einsamkeit. Begleitet von einem Sandsturm, einer mächtigen Naturgewalt, die immer wieder frei gibt, was vertuscht werden soll. Auch der Litzbach kann beängstigend gewaltig sein, wie er vor einigen Jahren gerade hier, im Kunstforum, bewies.

Nach dem Eingangsbereich mit der Videoecke und Sandbichlers „alten Schachteln“ aus glasfaserverstärktem Kunststoff gelangen Besucher über ein Podest entlang der Fensterreihe in einen bogenartig abgetrennten Raum. Für die Trennwand faltete Sandbichler Einheiten mit jeweils vier dreieckigen Seitenflächen, den Tetraedern. An die 100 Fahrrad-Verpackungkartons brauchte er hierfür, und Lisa Ruyter bemalte die Wand mit transparenten Farben, so dass Aufschriften für die ursprüngliche Verwendung noch zu lesen sind. Eine Gemeinschaftsarbeit. Die 45-jährige Künstlerin zeichnete Umrisse aneinander gereihter Stierschädel, die an das bereits in der Antike beliebte Ornament, dem Bukranion, erinnert. Nur viel größer und flächig bunt ausgemalt. Übergroß ist dann auch die aus Karton gestaltete, weiß bemalte Stierschädelplastik des 49-jährigen Bildhauers Sandbichler. Er hat in Innsbruck, Wien und abschließend in Frankfurt bei Peter Weibel studiert und lebt jetzt in Wien. Lisa Ruyter, die in Washington D.C. geboren wurde, lebt abwechselnd in New York und in Wien, wo sie auch lehrt. Die Ausstellung läuft bis 18. Jänner.

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 16 bis 18 Uhr, Donnerstag 16 bis 20 Uhr.

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