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Von Literaten, Alpen und dem Mittelalter

Vorarlberg museum thematisiert Franz Michael Felder, die Alpen und das Frühmittelalter.

angelika drnek

In den ersten 200 Tagen des neuen vorarlberg museums (vm) haben 45.000 Menschen den Weg in die Ausstellungsräume des Hauses am Kornmarktplatz in Bregenz gefunden. Allein 10.000 kamen bereits am Eröffnungswochenende. 18.000 waren zahlende Gäste, der Rest nutzte die Gratisaktionen des Museums. Die Landessubventionen für das vm wurden für 2014 um 500.000 Euro angehoben und liegen nun bei 3,7 Millionen Euro.

Diese Zahlen und das Jahresprogramm für 2014 präsentierten gestern die Verantwortlichen des Hauses.

Direktor Andreas Rudigier bezeichnete die ersten fünf Monate des Museumsbetriebs als „emotionale Bergfahrt“ – allerdings ohne die dazugehörigen Täler. „Man wird von wildfremden Menschen umarmt, und in manchen Bäckereien bekommt man das Brot gratis.“ Für den Direktor war 2014 also ein voller Erfolg. Zu arbeiten hätte das Museumsteam aber noch an der fremdsprachigen Vermittlungsarbeit und der Sammlung (soll digital erfasst werden). Weiters müsse man auf das veränderte Publikumsverhalten reagieren, meinte Rudigier. So hätte man diverse Objekte aus Sicherheitsgründen aus den Ausstellungen entfernen müssen, weil das Publikum sich mit dem Betrachten allein nicht zufrieden geben wollte.

Rebell Felder

Für 2014 scheinen Jubiläen im Zentrum der Programmierung zu stehen. Damit ist aber nicht die Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges gemeint. Dieses Thema wird 2014 nicht im Museum behandelt. Andreas Rudigier dazu: „Vorarlberg hat da nicht allzu viele Hinweise zu bringen. Aber wir müssen uns mit dem Thema auch nicht stressen. Das kann man bis 2018 hinziehen.“

Nach der Schau „Jenseits der Ansichtskarte“ (8.2. bis 25.5.), die die Geschichte der Alpenfotografie dokumentieren soll und bereits heuer in der Galerie Stihl Waiblingen in Deutschland zu sehen war, widmet sich das Museum dem Sozialreformer und Literaten Franz Michael Felder. Zum 175. Geburtstag des Schopper-nauers soll „Felder als mutiger Rebell ohne Klischees“ dargestellt werden, sagt vm-Kuratorin Theresia Anwander. Unterstützung bei der Konzeption der Literaturausstellung erhält das Museum vom Franz-Michael-Felder-Archiv und von der Kuratorin Annemarie Hürlimann. Die Ausstellungsarchitektur soll übrigens gänzlich aus Papier gefertigt werden.

In drei Abschnitten wird Felders Biografie, sein Werk und dessen Rezeption multimedial aufgearbeitet. Dabei möchte man „Felder selbst zu Wort kommen lassen“, hieß es gestern. Darum auch der Titel der Schau: „Ich, Felder“ (28.6. bis 16.11.).

Im Winter 2014 schließlich können sich Besucher noch weiter in die Vergangenheit begeben: Vor 500 Jahren wurde das Konzil von Konstanz einberufen. „Die Grundvorraussetzungen im Frühmittelalter für dieses Konzil soll die Ausstellung ‚Römer, Alemannen, Christen‘ zeigen“, erklärte Archäologe Gerhard Grabher. Dabei wurde mit zahlreichen wissenschaftlichen Institutionen des Bodenseeraumes zusammengearbeitet. Das Ergebnis der Kooperation war bereits im Museum für Archäologie im Thurgau zu sehen. Im Februar wird sie im Arch-äologischen Landesmuseum Baden-Württemberg zu sehen sein. Ab 6. Dezember dann ist die Schau im vorarlberg museum zu besichtigen.

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