Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Abwechslungsreiches Mammutprogramm

Die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler zeigt zu Jahresbeginn Malerei von Werner MARXX Bosch, Rainer Schneider sowie Maria Ralser und stellt im Keller Arbeiten der acht neuen Mitglieder aus.

Inge El Himoud-Sperlich

Werner MARXX Bosch, der in Wien bei Peter Weibel und Oswald Oberhuber studiert hat und als Kunstpädagoge und Galerist arbeitet, stellt im Bregenzer Palais Thurn & Taxis 22 Arbeiten seiner Serie „Fraktalevolution“ vor. Weich verfließende, oftmals plastisch wirkende Formen, fantasievolle Muster und Ornamente in leuchtenden Farben sowie in Schwarz-Weiß sind zu sehen, die digital (C-Print) auf Leinwand oder Papier gedruckt wurden. Leicht, ebenmäßig und mit absoluter Präzision gehen die Farben ineinander über und ergeben klar leuchtende, die Spektralfarben des Regenbogens geradezu in den Schatten stellende Mischfarben.

Menschliche Gestalt

„Francis Bacon und die Frage nach der Darstellung des Menschen“ war das Thema der Diplomarbeit, die Rainer Schneider 2003 an der Universität in Wien vorlegte. Jetzt zeigt der 42-jährige, in Gaißau geborene Künstler und Kunstpädagoge im Obergeschoß des Künstlerpalais‘ 29 Gemälde aus seiner Serie „Appearance“, die die menschliche Gestalt – Frauen im Gegensatz zu Bacon, der lieber Männer malte – verzerrt wiedergibt. Einzelne Körperteile, Sehnen, Muskeln, Haare werden auf Schneiders Gemälden zu wülstigen, barock geschwungenen Ornamenten, die von exakt geraden Linien durchschnitten oder von exakt umgrenzten Rechteck- oder roten Kreisflächen hinterfangen werden.

Ausdruckstark gestikulierenden Händen gilt Schneiders besondere Aufmerksamkeit und er rückt sie gern überdimensioniert in den Vordergrund. Sind es doch die Hände, die oft mehr verraten als die beherrschbare Miene. So ruht eine Hand entspannt auf einer Stuhllehne, kratzt eine die andere oder verrät ein ausgestreckter Mittelfinger, was die kurzgeschürzte Dame denkt. Außerdem ist Schneider mit Installationen, einem Fries aus 156 aneinander gereihten Fotos sowie seinem Videofilm „exil­fluss ich-du-er sie“ vertreten.

Schriftbilder

Wie ist es mit den Wahrheiten, die gelegentlich zwischen den Zeilen zu lesen sind, fragt Maria Ralser. Die in Vorarlberg lebende und lehrende, an Philosophie interessierte Tirolerin lässt in ihren sorfältig verschlungenen Schriftbildern hierfür kaum Zwischenräume. Vielmehr erscheinen ihre aus überlagernden, ineinander verschränkten Buchstaben und Wortfragmenten zusammengesetzten Schriftbilder wie geheimnisvolle Botschaften. 22 dieser mit Eitempera auf Leinwand abwechlungsreich gestalteten Kalligrafienbilder sind im Dachgeschoß zu finden.

Im Keller dann Kunst im weiten Spannungsfeld zu Musik, Physik, Werbefotografie. In den 60er-Jahren war Klaus Kreutzinger bei Sulzer in Winterthur in der Sparte Dampfkesselbau beschäftigt und von 1970 bis 2001 war der gebürtige Bregenzer Solocellist beim Radiosinfonieorchester in Basel. Jetzt zeigt der 73-Jährige Skulpturen aus Bronze und edlen Hölzern, die harmonisch beschwingt Kanten in Rundungen über­gleiten lassen wie etwa der 2012 gestaltete „Ying-Yang Tanz“.

Bewusst begab sich Karl Salzmann, Schüler von Ruth Schnell, in spannungsreiche Grenzgebiete der Kunst, arbeitet mit elektronischen Medien, Klangkunst, Performance, Installation. Der 34-jährige gebürtige Bludenzer zeigt ein schwingendes, Schwingungsweiten variierendes Kabel, welches am Gehäuse anschlägt und somit Töne erzeugt. Töne erzeugt auch ein von einem Auto über den Asphalt der Wiener Ringstraße geschleiftes Mikrophon oder der auf einer Schallplatte eingeritzte Wiener Stadtplan, sobald der Klangkopf aufgesetzt wird.

Rebecca Marent, geboren 1984 in Schruns, thematisiert in ihrer Malerei Tradition, Heimat, Trachten, während Chris­tian Gerstenmayer mit seinen „Blow ups“ den für Werbegrafiker notwendigen, täglichen Formfindungen auf der Spur ist. Reinold Amann lädt mit seiner sechsteiligen Fotoserie in den „Zauberwald“ unserer üppig dekorierten Schaufensterauslagen ein. Die Landschaftsdesignerin Iris Hercher (Jahrgang 1985) zeigt Panoramafotos weiter Landschaften, Marco Spitzar Panoramen geheimnisvoller Szenen und der Werbefotograf Felix Groefler (Jahrgang 1986) wählte schwarzen Rauch, Unrat oder die von Ranken überwucherten Grabmäler des Wiener St. Marx-Friedhofs als Motive.

n Bis 9. Februar. Dienstag bis Samstag, 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag, 11 bis 17 Uhr.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.