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Leiser, aber stimmstarker Universalpoet

Der Grenzgänger Dominik Steiger (1940–2014).

walter titz

Gern stimmte er „a bisserl Lied“ an. Bei Auftritten mit Freunden, die oft auch kreative Partner waren, darunter Hermann Nitsch, Gerhard Rühm, Oswald Wiener, Christian Ludwig Attersee, Konrad Bayer und Günter Brus. Mit präziser, kräftiger Stimme artikulierte der sonst so leise Künstler seine Miniaturen zwischen Sprache und Gesang.

Die Wiener Gruppe und die Wiener Aktionisten bildeten einen Bezugsrahmen für das vielfältige Werk des 1940 Geborenen, der aber letztlich seine eigene Gruppe war. Ein Grenzgänger zwischen Literatur, bildender Kunst und Musik, ein Universalpoet, der sein Werk raschen Klassifizierungen listig zu entziehen verstand.

Dieses Werk schuf Steiger ab Anfang der 1960er-Jahre, kontinuierlich und in immer neuen, überraschenden Varianten, aber mit stets ganz eigener Handschrift. Vor allem bei Suhrkamp und Droschl erschienen Bücher wie „Wunderpost für Co-Piloten“, „Hupen Jolly fährt Auto“, „sink um i alle minuti“ und „mon dieu es geistert“, im Vorjahr „Spuk & Geflunker“ im Ritter Verlag.

Nach langer Krankheit starb der „quantenfanatische Infanterist der Phantasie“ (Eigendefintion) am Sonntag in seiner Heimatstadt Wien.

n Dominik Steiger. Retrospektive. 13. Juli bis 9. November. Kunsthalle Krems. kunsthalle.at

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