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Loopenreine Sache

Der Werkraum Bregenzerwald widmet sich in einer Sonderschau der Formbarkeit von Holz.

angelika drnek

Zwei riesige Holzschleifen schlängeln sich derzeit durch den Werkraum in Andelsbuch. Insgesamt bringen es die beiden Loops auf eine Länge von 120 Metern. Die Loops sind aber nicht die Objekte der Ausstellung, sondern nur die Ausstellungsarchitektur. Wie auf einem statischen Förderband werden darauf jene Techniken präsentiert, die sich im Laufe der Jahr­ttausende entwickelt haben, um das Material Holz in Form zu bringen. „woodloop – auf biegen und brechen“ heißt jene Schau, die bereits im Gewerbemuseum Winterthur zu sehen war. Renate Breuß, Leiterin des Werkraumes und Martin Bereuter, Vorstandsmitglied des Werkraumes, haben die Schau in der Schweiz gesehen und kurzerhand in den Bregenzerwald befördert – nicht ohne die Ausstellung zu adaptieren. Das Team des Werkraumes will mit den Sonderschauen die Schnittstellen zwischen Handwerk, Design, Architektur und Industrie sichtbar machen – und Inspiration für die Handwerker vor Ort bieten.

Historisch aufschlussreich

Weniger inspirierend als his­torisch aufschlussreich sind die Objekte, die in dieser Form bereits vor Jahrtausenden gefertigt wurden. Etwa jener Bogen, dem ein Handwerker aus dem Bregenzerwald für die Schau nun ein Modell von heute gegenüberstellt: dieselbe Technik, ein anderes Jahrtausend.

Nach Stationen bei Weidenkörben, Krummhölzern, naturgewachsenen Verformungen und dem sogenannten Stauchen von Holz gelangen Besucher schließlich zum wohl berühmtesten Sessel der Welt: Stuhl Nr. 14 der Firma Thonet. Der durch Dampfbiegen in Form gebrachte Stuhl wurde als erstes Möbelstück überhaupt weltweit verkauft – millionenfach. Am Freitag wird übrigens ein Team von Thonet Besuchern präsentieren, wie aus einem geraden massivem Holzstab die geschwungenen Teile der weltbekannten Sitzgelegenheit geformt werden. Neben Techniken und Design aus Österreich werden auch der Einfluss anderer Designpioniere wie Alvar Aalto und Charles und Ray Eames in der Schau thematisiert.

Flexibel wie Gummi

Der weitere Teil der Ausstellung widmet sich aktuellen Entwicklungen in der Formholzproduktion. Vor einigen Jahren wurde in der Schweiz ein Einschneideverfahren entwickelt, durch das Holz fast so flexibel wie eine Gummimatte werden kann. An dieser Entwicklung war auch der Gestalter Serge Lunin beteiligt – der nun auch als Kurator der Schau agiert.

Zu sehen ist die äußerst gelungen gestaltete Schau noch bis 26. April.

■ Ausstellungseröffnung mit Holzbiegen (Thonet) am 24. Jänner um 18 Uhr.

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