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Homefront

Wirre Handlung mit Trash-Appeal

Dass auch ein altgedienter Schauspieler nicht unbedingt ein Drehbuch schreiben kann, wird in „Homefront“ deutlich sichtbar.

Da konnte eigentlich kaum etwas schiefgehen: Schauspieler Sylvester Stallone schreibt das Drehbuch, Actionspezialist Jason Statham spielt die Hauptrolle, ein versierter Routinier wie Gary Fleder („Denn zum Küssen sind sie da“) übernimmt die Regie, und die meisten Rollen sind prominent besetzt. Das alleine reicht aber nicht immer, wie „Homefront“ leider zeigt.

Mehr als ein höchstens passabler Thriller ist „Homefront“ nicht geworden, und dies liegt primär am unglaubwürdigen Drehbuch, das über simple Gut-Böse-Schablonen nicht hinauskommt. Auch ein altgedienter Hollywoodhaudegen wie Stallone ist eben noch lange kein begnadeter Drehbuchautor.

Seine Geschichte vom abgetauchten Ex-Drogenermittler Phil Broker (Statham), der nach dem Tod seiner Ehefrau mit der zehnjährigen Tochter Maddy in einer Kleinstadt im tiefen Süden der USA ein neues Leben anfangen will, lässt von Beginn an jeden Hauch von Plausibilität vermissen.

Da schlägt die kleine Maddy auf dem Schulhof den Neffen des örtlichen Drogenbosses fast krankenhausreif. Dieser Fiesling namens Gator Bodine (unfreiwillig komisch: James Franco) schnüffelt danach in Brokers schönem Holzhaus herum, findet offen herumliegende Ermittlungsakten und klaut Maddy das Kuscheltier und die Katze. Da muss die Kleine aber richtig weinen, und ihr Papa wird richtig böse. Und schießt in der Folge rambomäßig ganz viele Drogengangster über den Haufen.

Verwunschene Hexe

Durch die wirre Handlung irrlichtern zudem Bodines Freundin Sheryl (Winona Ryder) sowie seine drogenabhängige Schwester Cassie (Kate Bosworth) samt Schlappschwanzehemann. Dabei verleihen die beiden Frauen dem Film immerhin so etwas wie Trash-Appeal: Ryder darf nach langem Karriereknick eine abgezockte Rockerbraut spielen, die mit ihren langen schwarzen Haaren wie eine verwunschene Hexe aus der Drogenküche daherkommt. Und Kate Bosworth sieht man als spindeldürre Junkieschwester mit freiem Bauchnabel und wirrem Blick auch nicht alle Tage.

Was das Multitalent James Franco geritten hat, den absurden Part des Drogenbosses anzunehmen, bleibt sein Geheimnis. Viel mehr als ein dämonisches Dauergrinsen benötigt der smarte Schriftsteller und Modedesigner, der auch diverse Uniabschlüsse und eine Oscarnominierung für „127 Hours“ sein Eigen nennt, für diesen schwachsinnigen Part nicht. Das amerikanische Kinopublikum konnte er damit nicht verführen. Am Startwochenende spielte „Homefront“ mickrige sieben Millionen Dollar ein. Diese Schlacht kennt keine Gewinner.

■ Ab heute im Kino.

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