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Die Kunst des Liebens

Der in Kamerun geborene Künstler Pascale Marthine Tayou betitelt seine Ausstellung im KUB mit dem internationalen Standard „I love you“.

Das Kunsthaus Bregenz (KUB) startet mit der ers­ten großen Einzelpräsentation des aus Kamerun stammenden Künstlers Pascale Marthine Tayou ins neue Jahr. Von 25. Jänner bis 27. April 2014 zeigt das Haus unter dem Titel „I love you!“ über hundert seiner humorvollen und vielfältigen Arbeiten.

Das Kunsthaus und Pascale Marthine Tayou empfangen die Besucher bereits draußen mit einer Liebesbotschaft: „I love you!“ prangt in einer neun Meter langen Neonschrift an der Fassade. Tayou setzt in seinen Arbeiten häufig die afrikanische Kultur mit der europäischen in Bezug. So bevölkern zahlreiche „Poupees Pascale“, mit Schokolade und afrikanischer Erde überzogene Kristallfiguren, die Hallen des KUB. Weitere Kris­tallskulpturen erinnern unter dem Titel „Les Sauveteurs Vendeur de Colons“ an mit Waren beladene mobile Verkäufer. „The falling Houses“, Arbeiten aus Blech, Holz und Fotodrucken, mahnen an Wellblechhütten, die auf dem Kopf stehen.

In zwei der Stiegenhäuser wird man von Installationen aus zugespitzten Pfählen empfangen, die als „Beautiful Sky“ und „Le Jeu de l’amour“ bedrohlich über dem Besucher schweben. Mehrere Wandbilder aus afrikanischer Erde erinnern an die Murmelspiele der Kinder und ihre Stockzeichnungen. Viel Fantasie und Liebe steckt auch in der in einem der Treppenhäuser angebrachten Installation „Favelas“. Die 650 grauen Vogelhäuschen wurden von Illwerke/vkw-Lehrlingen aufgehängt. „Es ist nicht meine Ausstellung, es ist unsere“, so Tayou zur Einbeziehung von Menschen aus der Region. Schon für seine Arbeit „Empty Gifts“ für eine frühere KUB-Gruppenausstellung holte der Künstler Bregenzer Kinder und Interessierte an Bord, sie schnürten dafür Hunderte leere Päckchen zu einer riesigen Geschenkskugel.

Wie der Blick von oben auf wogende Menschenmassen muten Tayous „Cloth paintings“ an, Bilder aus zusammengenähten Kleidungsstücken. Auch „Skandinavian Landscape“, eine mit Stecknadeln übersäte Styroporarbeit, erinnert an ein Luftbild. Ein Highlight ist die „Afrikonda“, eine 400 Meter lange, mit Heu gestopfte Waschlappenschlange. Damit nicht genug: Im Atrium des vorarlberg museums stapelte Tayou die bunten Kochtöpfe seiner Heimat zu einer 15 Meter hohen Säule. Kurator Rudolf Sagmeister bezeichnete die Ausstellungsvorbereitungen als „Knochenarbeit“. Er freue sich, dass die Werke nun so leicht wirkten, „als wären sie immer da gewesen“.

Kulturelle Identität

Für KUB-Direktor Yilmaz Dziewior ist die Ausstellung ein Schritt hin zu einem neuen Zugang zu zeitgenössischer Kunst im KUB, eine „Öffnung hin zu anderen Kontinenten“. Man erkenne in Tayous Arbeiten viele Bezüge zur afrikanischen Kunst, trotzdem könne man „unmittelbar andocken“. Um die Werke gebe es trotzdem immer ein Geheimnis. Tayou eigen sei ein humorvoller Umgang mit den Themen Gender und kulturelle Identität. Der Künstler selbst betonte, es gehe darum, etwas gemeinsam zu tun und zu teilen. „Es interessiert mich, ein Teil zu sein von dem, was wir tun“, so Tayou, der den Einzelnen mit einem Pixel in einem Bild verglich. Er wolle die Liebe, die ihm zuteil geworden sei, teilen, denn „das Paradies ist in uns“.

Die experimentelle Plattform für Produktions- und Präsentationsformen, KUB-Arena, startet mit Gerry Bibby und Juliette Blightman ins neue Jahr, das dem Thema „Residency“, also dem temporären Aufenthalt an einem Ort, gewidmet ist. Das Ergebnis ist noch offen, es gebe „kein Fertigpaket“, so der neue, vorübergehende Kurator Scott Cameron Weaver, der die für ein Jahr in New York weilende Eva Birkenstock vertritt.

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