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mandela: der lange Weg zur Freiheit

Konventionelles Film-Denkmal

Mit „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ kommt eine Biografie von Süd­afrikas Anti-Apartheid-Helden in die Kinos.

Es war nicht nur ein langer Weg in die Freiheit für Nelson Mandela, sondern auch bis zur Veröffentlichung seiner gleichnamigen Filmbiografie: 16 Jahre und 34 Drehbuchfassungen bedurfte es, bis die Produktion abgeschlossen war. Kurz nach Mandelas Tod kommt das Mammutwerk nun in die Kinos – mit konventioneller Form für ein unkonventionelles Leben.

Die Adaption der Autobiografie seines Helden war ein Herzensprojekt für Produzent Anant Singh, der als Enkel indischer Einwanderer in Südafrika selbst Opfer der Apartheid war. Der britische Filmemacher Justin Chadwick wurde schließlich als Regisseur verpflichtet und dampfte das wendungsreiche Leben des Freiheitskämpfers auf zweieinhalb Stunden ein.

Chronologisch brav geht „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ die Genese vom Häuptlingssohn über den Anwalt zum Freiheitskämpfer und schließlich zum Staatspräsidenten nach. Wird der Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen in der ersten Hälfte des Films noch als Schwarz-Weiß-Zeichnung geschildert, differenziert Chadwick zunehmend und offenbart im Verlauf die Ängste der weißen Minderheit vor den jahrelang unterdrückten Massen – Ängste, die ihnen Mandela nimmt. Und so bilden prägnante Reden und Gedanken des Titelhelden einen zentralen Fokus von „Der lange Weg zur Freiheit“.

Zugleich wird Mandela nicht nur als Revolutionär und Hypnotiseur der Massen geschildert, sondern auch als Mann, der privat häufig mit Einsamkeit geschlagen war. So nimmt die Liebesgeschichte mit Winnie (Naomie Harris) breiten Raum ein – eine Liebe, die letztlich an der langen Haft zerbricht.

Das große Pfund, mit dem der Film wuchern kann, ist dabei Hauptdarsteller Idris Elba. Er spielt Mandela als Womanizer – cool, mächtig, überzeugt und doch mit Gefühlen. Seinem Spiel, das ohne den Eindruck der Imitation auskommt, ist es zu verdanken, dass der Protagonist das nötige Charisma besitzt, den auf ihn zugeschnittenen Film zu tragen.

Formal ist „Der lange Weg zur Freiheit“ nämlich ein konventioneller Film geworden, der sich am Bestreben abarbeitet, möglichst viele Stationen eines Lebens zu zeigen. Poetische Bildallegorien wie die Parallelmontage vom jungen Mandela, der sich als Initiant die Schminke seines Stammes im Fluss abwäscht und dem Gefangenen Mandela, der den Duschschaum im Gefängnis von seinem Antlitz spült, bleiben selten. Dennoch ist die Lebensgeschichte des am 5. Dezember 2013 verstorbenen Freiheitskämpfers letztlich beeindruckend genug, um über derlei Unzulänglichkeiten hinwegzuhelfen.

■ Ab morgen im Kino.

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