„Engagement für eine späte Geste“

Entscheidung über Verkauf und Nutzung des Kalb-Hauses liegt nun bei Stadt und Land.

angelika drnek

Rudolf Sagmeister, Kurator am Kunsthaus Bregenz und Obmann des Ende 2013 gegründeten Kunst- und Kulturvereins Edmund Kalb, zeigte sich euphorisch, als er gestern der Öffentlichkeit die Ziele seines Vereins präsentierte. Ort der Präsentation war natürlich das ehemalige Wohnhaus Edmund Kalbs in der Schillerstraße 22 in Dornbirn. Um genau jenes – inzwischen unter Denkmalschutz stehende – Haus drehen sich die Bemühungen des Vereins. Wenn es nach dem Vereinsvorstand – bestehend aus Rudolf Sagmeister, Gottfried Bechtold, Markus Flatz, Ulrich Gabriel und Ludwig Rupp – geht, soll das Haus ein „lebendiges Künstlerhaus“ werden. Neben der Einrichtung von Gedächtnisräumen zu Leben und Werk Edmund Kalbs (1900–1952) soll das Haus so umgebaut werden, dass darin Wohn- und Atelierräume für junge Künstler aus Vorarlberg und dem Ausland untergebracht werden können. Darüber hinaus soll der Garten, den Edmund Kalb äußerst experimentierfreudig gepflegt hatte, erhalten bleiben. Für dieses Vorhaben konnte bereits der Obst- und Gartenbauverein Dornbirn gewonnen werden.

Um das Prinzip der Erhaltung ging es auch, als der Verein 40.000 Euro in die Hand nahm, um den Kernbestand der Antiquitäten- und Kuriositätensammlung von Georg Kalb zu retten. Georg Kalb (91), ein Cousin Edmunds, ist der Eigentümer des Hauses und hat im Laufe der Jahrzehnte das Haus mit unzähligen religiösen und volkstümlichen Objekten ausgestattet. Teile dieser Sammlung wurden von Kalb bereits an das Auktionshaus Koller weitergegeben. Ein weiteres Anliegen neben Erhaltung von Haus und Garten und der Umwidmung zum Künstlerhaus ist dem Verein auch das Andenken an den Künstler Edmund Kalb. Vorstandsmitglied Gottfried Bechtold dazu: „Die Person Kalb wurde ja nicht gut behandelt. Wir engagieren uns für eine späte Geste der Rehabilitierung.“

Gemeinsam stemmen

Für den Verein bedeutet das allerdings, einen Weg zu gehen, der nicht frei von Hindernissen ist. Georg Kalb will das Haus verkaufen, die Immobilienfirma immoteam7 ist damit beauftragt. Auf Nachfrage bestätigte gestern Immoteam7-Mitarbeiter Lukas Feurstein, dass der Verkaufsauftrag Georg Kalbs nach wie vor besteht. Der Wert der Immobilie soll bei 790.000 Euro liegen. Sollte sich also Kalb in den kommenden Wochen für einen Kaufinteressenten entscheiden, dem nichts an den Plänen des Vereins liegt, so bleibt die Umwidmung des Hauses eine Vision.

Um das zu verhindern, hat der Verein Studenten der Universität Liechtenstein beauftragt, das Haus auf Umbaumöglichkeiten zu überprüfen und auch gleich Konzepte für einen eventuellen Umbau zu entwerfen. Die Pläne liegen dem Verein nun vor. Vergangene Woche hat dieser nun das Gesamtkonzept bei der Stadt Dornbirn und dem Land eingereicht. „So ein Projekt kann nur gemeinsam gestemmt werden“, erklärte Sagmeister gestern. „Der Verein selbst wird das Haus nicht kaufen. Wir wünschen uns, dass es von öffentlicher Hand betrieben wird – mit der Hilfe des Vereins.“ Neben der Möglichkeit, dass Stadt und Land das Haus erwerben, besteht auch noch die Option, die Immobilie an einen Investor zu veräußern. Stadt und Land könnten das Haus dann mieten.

Sagmeister zeigte sich ges­tern zuversichtlich, dass das Kalbhaus nicht „widmungsfremd“ verkauft wird, weil sich Georg Kalb selbst für die Anliegen des Vereins erwärmt habe und der Verkauf durch Denkmalschutz und ein laufendes Mietverhältnis im Erdgeschoss erschwert würden. Der Ball liegt nun bei Stadt und Land. Der Verein warte auf Antwort, hieß es gestern.

Der Verein zählt mittlerweile 130 Mitglieder. Weitere Pläne sind die Veröffentlichung einer Publikation zu Kalbs Lebensgeschichte und die Ausschreibung eines Künstlerpreises.

Mehr Info zum Verein: www.edmundkalbverein.at

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