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„Die Energie verlagert sich“

Für sechs Oscars ist der eben angelaufene Film „Dallas Buyers Club“ nominiert, Matthew McConaughey (44) als bester Darsteller.

Dallas Buyers Club“ entstand nach einer wahren Geschichte. Sie spielen einen Typ namens Ron Woodroof. Wie würden Sie ihn beschreiben?

Matthew mcconaughey: Er ist wie ich Texaner, führt ein wildes Leben als Rodeo-Cowboy und Frauenheld, er kokst und säuft. Als er Mitte der Achtziger-Jahre nach einer Schlägerei im Krankenhaus landet, verkündet ihm der Arzt nach der Routineuntersuchung, dass er HIV-positiv ist und nur noch 30 Tage zu leben hat. Nach dem ersten Schock nimmt Ron die Dinge selbst in die Hand, verweigert das einzige „legale“ Medikament AZT, besorgt sich andere Präparate und beginnt einen schwungvollen Handel damit. Er kämpft um sein Leben und gegen die Gesundheitsbehörden und die Pharmaindustrie, die sich gegen ihn wenden. Aus den 30 prophezeiten Tagen, die ihm laut Arzt noch geblieben waren, wurden sieben Jahre.

Sie waren in früheren Filmen der Sunnyboy, romantischer Liebhaber oder Action-Held. In den Verdacht, Oscar-Kandidat zu sein, kamen Sie dabei nie. Jetzt sind Sie Hauptverdächtiger. Wie fühlen Sie sich?

mcconaughey (lacht): So sehen Sie das? Wahrscheinlich haben Sie recht. Aber als ich diesen Film machte, habe ich nie an einen Oscar gedacht. Wenn es nun trotzdem „passieren“ sollte, werde ich sicher stolz und dankbar sein.

Sie haben einmal gesagt: „Das Leben ist ein Highway. Man hat es selbst in der Hand, wo man abbiegt.“ Wie sind Sie auf dieser Abbiegung gelandet?

mcconaughey: Ich war an einem Punkt meines Lebens angelangt, wo ich nicht mehr arbeiten hätte müssen. Ich bekam jede Menge Drehbücher, wie gehabt: romantische Komödien, Action-Geschichten. Manche gefielen mir, manche wären mit einem satten Scheck verbunden gewesen. Doch es war kein wirklicher Anreiz mehr da. Ich lehnte mich lieber zurück und spielte Papa. Ich habe mit meiner Frau Camila Alves ja mittlerweile drei kleine Kinder.

Und wie war das mit „Dallas Buyers Club“?

mcconaugheY: Als ich das Drehbuch in die Hand bekam, war es wie ein Stromschlag. Die Geschichte dieses Mannes, der beschloss, den Kampf aufzunehmen, ging mir nicht aus dem Kopf. Ich sagte mir: Diese Rolle muss ich spielen! Wobei die Finanzierung nicht einfach war. Die Geldgeber meinten, das Aids-Thema sei doch längst abgelutscht. Für mich ist das aber keine Aids-Story, sondern eine Geschichte auch mit unterhaltsamen Elementen.

Sie haben für diese Rolle fast 25 Kilo abgenommen. Bekommt man da nicht Halluzinationen?

mcconaugheY: Es ist nichts, was ich weiterempfehlen möchte. Aber man kann es schaffen, mit militanter Disziplin. Es ist seltsam. Die Energie verlagert sich, aber sie geht nicht weg. Ich merkte plötzlich, dass meine Sinne viel geschärfter waren als sonst, und ich brauchte drei Stunden weniger Schlaf.

INTERVIEW: LUIGI HEINRICH

zur person

Matthew McConaughey, geb. 4. 11. 1969, Uvalde, Texas.

2005: Sexiest Man Alive.

Filme: „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“, „Die Jury“, „Lone Star“, „Amistad“, „Wedding Planner“, „Der Mandant“, „Killer Joe“, „Bernie“, „Magic Mike“, „Wolf of Wall Street“.

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