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Anleitung zur Aufmerksamkeit

Die neue Sommerausstellung im Bregenzer Martinsturm nimmt Besucher auf einen Spaziergang durch die Landeshauptstadt mit.

angelika drnek

Im als Ausstellungsraum bereits seit Jahren erprobten Wahrzeichen von Bregenz, dem Martinsturm, ist auch heuer wieder eine geschichtliche Ausstellung untergebracht. „Die Goldene Schale. Spazieren in Bregenz“ illustriert anhand von rund 50 Objekten die Geschichte der Landeshauptstadt. Eines der Objekte, eine typisch in Rot gehaltene Töpferware aus der Römerzeit, ist als Stellvertreter für die titelgebende „Goldene Schale“ ausgestellt. Als goldene Schale bezeichnete einst der irische Missionar Kolumban die Stadt Bregenz. Allerdings meinte er, dass diese voller Schlangen wäre – jene Bürger, die sich nicht missionieren lassen wollten. Mit einem gewaltigen zeitlichen Sprung zur Stadtparrkirche St. Gallus und ihrem Umbau in der Barockzeit schließlich beginnt der Spaziergang. „Auch heute noch sind viele barocke Anklänge in Bregenz zu finden, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht“, meint Kurator Thomas Klagian, der mit Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz, der auch die Endverantwortung inne hatte, und Rita Bertolini die Schau gestaltete.

Weiters erklärt die Ausstellung, warum das Anton-Schneider-Denkmal auch ganz anders aussehen hätte können, dass der Lindauer Hafen mit Steinen der abgerissenen Barockkirche Mehrerau gebaut wurde oder der immer noch beliebte Milchpilz in früheren Jahrzehnten der „place to be“ in der Stadt war.

Wie auch schon im vergangenen Jahr arbeitete das Ausstellungsteam wieder mit Wandfriesen, die sich über die verwinkelten Wände des Martinsturms ziehen, mit zahlreichen Objekten, Fotos und Plänen. Beispielsweise den Entwürfen zu den ersten Bregenzer Festspielen im Jahre 1946. Die Originalentwürfe von Maria Wanda Milliore zeigen, dass die Bühne damals auf zwei mit Kieseln befüllten Booten ruhte. Auch Kostümentwürfe der damaligen Inszenierung sind ausgestellt.

Wie Kostüme wirken auch die Badeanzug-Modelle aus der Zwischenkriegszeit der Firma Benger. Der Bregenzer Betrieb ging 1984 an die Firma Huber, das Benger-Areal in der Mehrerauer Straße aber gibt es noch heute.

Die Schau im Martinsturm hat einen klug gewählten Untertitel, denn das Spazierengehen ist nicht umsonst zu einer Wissenschaft geworden. Die sogenannte Promenadologie beschäftigt sich mit dem Wahrnhemen und seinen Bedingungen und wird auch in Zusammenhang mit Stadtentwicklung gelehrt. Was es zu Fuß in Bregenz zu erkunden gäbe, dafür gibt es im Martinsturm derzeit eine Anleitung.

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