Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Martinsturm: Umbau-Konzept bis Juni

Gestern traf die Arbeitsgruppe für den Umbau des Bregenzer Martinsturms erstmals zusammen. Auskunft darüber gibt Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz.

Das zweite Obergeschoss des Bregenzer Martinsturms ist derzeit eine Baustelle. Warum?

wolfgang fetz: Wir wollen aus dem Martinsturm ein stadtgeschichtliches Museum machen. Dafür benötigen wir aber zusätzlichen Raum im Turm. Im zweiten Obergeschoss könnte dieser Raum gewonnen werden.

Was ist das Ergebnis des Zusammentreffens der Arbeitsgruppe?

fetz: Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern des Denkmalamts, des Bauamts und des Kulturamts. Dazu kommt noch ein Restaurator aus Südtirol, der nun zum ersten Mal den Zustand der Baustelle gesehen hat. Wir haben bis jetzt alles abgetragen, was nach den 60er-Jahren entstanden ist. Bei der heutigen Besichtigung haben wir uns auf zwei Ziele geeinigt: Erstens wollen wir zusätzliche Ausstellungsfläche gewinnen. Zweitens ist es uns ein Anliegen, die unterschiedlichen Zeitebenen der Bausubstanz zu erhalten. Wir wollen dabei nichts behübschen, sondern einen relativ kruden Zustand belassen. Dadurch können zukünftige Besucher die Baugeschichte des Martinsturms sozusagen live erleben.

Wie geht es jetzt weiter?

fetz: Bis Mitte Juni soll ein Konzept vorliegen. Nach Saisonende, also Ende Oktober, wollen wir mit den nötigen Baumaßnahmen beginnen. Termin für die Fertigstellung ist April 2015. Zumindest ein Raum soll zur Darstellung der Geschichte des Turms selbst dienen, der Rest der Erweiterung des Museums.

Seit wann besteht die Idee, den Turm verstärkt als Museum zu nutzen?

fetz: Was meine Person angeht, gibt es diese Idee bereits seit 25 Jahren. Aber erst vor rund vier Jahren konnte das militärhistorische Museum ausgelagert werden. Das war schließlich der Wendepunkt. Von da an wurde an der Umsetzung dieser Idee gearbeitet. In den vergangenen Jahren gab es immer stadtgeschichtliche Ausstellungen im Turm zu sehen. Nach dem Ausbau soll es einen Querschnitt zu sehen geben – mit wechselnden Schwerpunkten.

Die Idee wurde vom Bregenzer Bürgermeister abgesegnet?

fetz: Sowohl vom Bürgermeis­ter als auch vom Stadtrat. Das ist ein städtisches Projekt, das auch von der Stadt finanziert wird.

Wie hoch werden die Kosten für den Umbau sein?

fetz: Der genaue Ausbau- und Finanzierungsplan wird dann vorliegen, wenn das Konzept steht. Jetzt ist das noch schwer absehbar, weil die baulichen Maßnahmen im Detail noch nicht bekannt sind. Der Finanzplan muss dann auch erst beschlossen werden.

Warum wurde mit den Baumaßnahmen nicht schon nach dem Auszug des militärhistorischen Museums begonnen?

fetz: Bis vor Kurzem bewohnte der Türmer noch die Wohnung im zweiten Obergeschoss. Jetzt wurde die Wohnung frei, wir konnten sie ausräumen und waren selbst überrascht, wie viele Zeit-Ebenen da zum Vorschein kamen.

Der Türmer zog freiwillig aus?

fetz: Der damals laufende Vertrag des Türmers wurde nicht verlängert, und sein Nachfolger bewohnte den Turm nie.

Wird das Museum dann das ganze Jahr über bespielt werden?

fetz: Nein. Nur von April bis Oktober, so wie jetzt auch. Der Turm ist nicht beheizt. Deshalb ist ein Ganzjahresbetrieb klimatisch nicht vertretbar.

Kann das Projekt noch gekippt werden oder ist die Realisierung fix?

fetz: Selbstverständlich bedarf es noch des Beschlusses des Stadtrates. Ich gehe aber davon aus, dass es einen Konsens darüber geben wird, dass das Wahrzeichen von Bregenz in entsprechenden Zustand gebracht wird. Vom derzeitgen Zustand können sich Besucher übrigens auch ein Bild machen. Direkt in der Baustelle ist noch bis Oktober eine Animation zur Geschichte des Martinsturms zu sehen.

Interview: angelika drnek

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.