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Markierung des Unsichtbaren

Maria Eichhorn ist die neue Ausstellung im Kunsthaus Bregenz gewidmet. In der Arena zeigt Sung Hwan Kim eine Rauminstallation.

Für die Schau zu Maria Eichhorn von 10 Mai bis 6. Juli hat die in Berlin lebende Künstlerin für Bregenz einige ihrer Werke aktualisiert, etwa ihre Document-a11-Arbeit, für die sie mit ihrem Produktionsbudget eine Aktiengesellschaft gründete, und ihr „Filmlexikon sexueller Praktiken“. Daneben ist auch eine neue Arbeit über Erdstrahlen zu sehen.

Eichhorn reflektiert in ihren Arbeiten immer wieder das Unsichtbare, das Immaterielle, das aber den Menschen entscheidend beeinflusst, häufig mit lokalem Bezug. Speziell für das Kunsthaus entwarf sie eine raumgreifende Arbeit über Wünschelruten. Ausgangspunkt dafür war für Eichhorn der bekannte Bregenzerwälder Rutengänger Michael Berbig, der schon in Nepal Wasseradern für den Brunnenbau aufspürte. Maria Eichhorn ließ vom Kunsthaus ein Baudiagramm als Bodenzeichnung anfertigen, das Erdstrahlen und kosmische Strahlung sichtbar macht. Die Virtualität und Absurdität der Wirtschaftswelt konkretisiert sich bei Eichhorn in einem Stapel 500-Euro-Scheine. Verführerisch liegen 50.000 Euro in einer Vitrine. Es handelt sich um das Kapital der Aktiengesellschaft „Maria Eichhorn“, die jedoch ihr Kapital nicht vermehren darf. Für die Schau erweiterte sie ihre Arbeit um rund 70 Seiten Unterlagen, die Erhalt und Verwaltung der Gesellschaft bisher verursachten.

Lexikon sexueller Praktiken

Das 1999 begonnene Werk „Filmlexikon sexueller Praktiken“, für das bisher elf Kurzfilme mit Titeln wie „Brustlecken“ oder „Cunnilingus“ entstanden, zeigt detailliert die genannten Praktiken. Die Arbeit wird erst durch den Besucher aktiviert, der aus einer Liste den gewünschten Film auswählen und ihn vom Filmvorführer in den Projektor einlegen lassen muss. Auch hier spielt Maria Eichhorn mit dem Begehren des Besuchers.

Ebenfalls auf lange Sicht angelegt ist die Arbeit „Vorhang“, für die seit 1989 inzwischen zehn Vorhänge entstanden. In Bregenz ist ein 20 Meter langer Vorhang aus Jeansstoff zu sehen, zu dem Anti-Atomkraft-Vorträge japanischer Experten und neu der Vorarlberger Atomgegnerin Hildegard Breiner gehören. Als KUB-Künstleredition entstand zudem ein Nachbau eines hölzernen Eichhörnchenkäfigs aus dem 19. Jahrhundert, dessen Original aus der Sammlung des Angelika-Kauffmann-Museums Schwarzenberg stammt. Maria Eichhorns Arbeiten seien streng konzeptionell, stets stecke aber viel Unbewusstes, Unterdr­ücktes darin, erklärte KUB-Direktor Yilmaz Dziewior.

In der KUB-Arena, dem experimentellen Format des Hauses, ist derzeit eine eindrucksvolle Licht-, Nebel- und Klanginstallation des koreanischen Künstlers Sung Hwan Kim und des Musikers „dogr“ zu erleben. Sein für den Bayerischen Rundfunk produziertes Hörspiel „howl bowel owl“ war der Ausgangspunkt für die Arbeit Kims, die bis 4. Juli ständig weiterentwickelt und skulpturalen Charakter annehmen wird.

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