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Meister der Monster: „Alien“-Erfinder H. R. Giger ist tot

Der Schweizer Fantasy-Visionär ist am Montag überraschend im Alter von 74 Jahren gestorben.

Für seine „Alien“-Gestalten bekam Hansruedi (H. R.) Giger 1980 den Oscar für „Beste visuelle Effekte“. Die US-Filmakademie würdigte damit den wesentlichen Beitrag, den die perfekt „biomechanisch“ agierenden Weltraummonster zum Erfolg des Films leisteten. Am Montag starb der Schöpfer etlicher bizarr-beklemmender Kunstwerke überraschend in einem Zürcher Krankenhaus an den Folgen eines Sturzes.

Als „Chestburster“ (Brustzertrümmerer) gehörten H. R. Gigers Monster seit Ridley Scotts Kinohit „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ von 1979 zu den beliebtesten Figuren auf Halloween-Partys. Eine ganze Reihe von „Alien“-Filmen orientierte sich am Giger-Vorbild. Zudem machten ihn seine Entwürfe für „Poltergeist II“ (USA, 1986) und „Species“ (USA, 1995) zu einer Kultfigur des Science-Fiction- und Horror-Fachs.

Fantastischer Realismus

Zum Werk des Schweizers, der 1940 in Chur im Kanton Graubünden als Sohn einer Apothekerfamilie geboren wurde, gehören längst nicht nur Entwürfe für Kinomonster. Auch als Maler war Giger, der in Zürich Architektur und Industriedesign studiert hatte, ein bedeutender Vertreter des Fantastischen Realismus. Er schuf bedrückend-düstere Landschaften, bizarre Kreaturen, aber auch exotisch-schöne Frauenfiguren – für manchen Geschmack gelegentlich in der Nähe von Fantasy-Kitsch.

Mehrfach zeigte Art Basel Werke des „Alien“-Designers, der sich selbst auch als Surrealist bezeichnete. Von den großen Kunstmuseen wurde er jedoch weitgehend ignoriert. So schuf sich Giger sein eigenes Denkmal: Er baute das Schloss St. Germain im mittelalterlichen Dörfchen Greyerz (La Gruyere im Kanton Freiburg) zu einem eigenen Museum um.

Seit 1998 stellte Giger dort bizarr-erotische Bilder und Plastiken aus – „Biomechanoiden“, die das Mechanische im Lebendigen betonen. Dass sie mit der Wirklichkeit nur wenig zu tun haben, war dem Fantasiebegabten stets klar: „Dieses Monster wurde vom Hirn eines Erdenmenschen erfunden und ist schon deshalb nicht sehr ext­raterrestrisch“, sagte er 2005 bei der Eröffnung einer Ausstellung in Prag über seine „Alien“-Figur.

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