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Der Versuch, mit Kunst ­eine Brücke zu schlagen

Serbien steht im Mittelpunkt des vom Schrunser Arzt Johann Trippolt initiierten Film- und ­Kulturfestivals serbi.art, das einen Ort der ­Begegnung schaffen soll.

Schon seit mehreren Jahren sind in der MAP Kellergalerie des Arztes Johann Trippolt in Schruns immer wieder Arbeiten von Künstlern aus Südosteuropa zu sehen. Eine besondere Beziehung ist dabei in dieser Zeit speziell zu Künstlern und Filmschaffenden aus dem Raum Belgrad entstanden, erzählt Bruno Winkler, der als Koordinator am vielfältigen Projekt serbi.art beteiligt ist, das heute mit zwei Ausstellungen eröffnet wird. Einem Projekt, das bis 9. Juni mit bildender Kunst, Film, Lesung, Workshops und noch einigem anderen einen Brückenschlag zwischen Serbien und Vorarlberg versucht.

Der serbische Künstler Branislav Mihajlovic, der schon vor Jahren in Schruns ausgestellt hatte, war im vergangenen Jahr zwei Monate als Artist in Residence im Montafon – bei serbi.art fungiert er nun als Kurator der Ausstellungen. Charlotte Trippolt, eine der Töchter des Projektträgers Johann Trippolt, ist Filmwissenschaftlerin und hat viel zur serbischen Filmszene gearbeitet, erzählt Winkler. Zudem spreche sie perfekt Serbisch. Sie ist zuständig für die Filmreihe, die unter anderem im Frauenmuseum in Hittisau, in der Remise in Bludenz oder im vorarlberg museum in Bregenz Station machen wird.

Schicksalsjahr 1914

Entstanden ist das Projekt serbi.art auch im Hinblick auf 1914, erläutert Winkler, ein Jahr, das mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers, der die „Urkatastrophe“ des Ersten Weltkriegs folgte, einen Markstein in der Beziehung zwischen Österreich und Serbien bildete. Jetzt, hundert Jahre später, hat Serbien seine Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union begonnen. „Sie müssen sich jetzt orientieren, ob der Blick nach Westen oder Osten geht“, beschreibt Winkler die Situation, „das ist spannend.“ Und gerade auch in solchen Situationen kann Kunst ein Brückenbauer sein, die Möglichkeit einer Verständigung mit anderen Kulturen und Völkern bieten.

Im Rahmen von serbi.art werden in den nächsten Wochen etliche serbische Künstler nach Vorarlberg kommen. Und da hoffen die Verantwortlichen, dass es zu zahlreichen Kontakten mit der Bevölkerung kommt. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Etwa bei „Belgrade now“, der Ausstellung, die heute um 19.30 Uhr im Kunstforum Montafon in Schruns eröffnet wird und einen Querschnitt der jungen Belgrader Künstlerszene zeigt. Formal sind dabei Videos, Skulpturen, Installationen und anderes sehen. In der MAP Kellergalerie werden parallel dazu Fotoarbeiten junger serbischer Künstler gezeigt. Einige Regisseure und Künstler aus Serbien werden heute auch anwesend sein.

Die offizielle Eröffnung des Film- und Kunstfestivals findet dann morgen, Freitag, um 19.30 Uhr mit einem Festakt in der Kulturbühne in Schruns statt – mit unter anderem dem Eröffnungsfilm „The Caviar Connection“ von Dragan Nikolic und Worten zum Gesamtprogramm von Charlotte Trippolt.

Brigitte Kompatscher

n serbi.art: Kunst schlägt eine Brücke zwischen Serbien und Vorarlberg. 15. Mai bis 9. Juni. www.facebook.com/serbi.arte

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