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Harfenklang und Bescheidenheit

Vergangenen Samstag lieferte das Arpeggione Orchester in Hohenems ein gelungenes Konzert.

anna mika

Im Mittelpunkt des Abends stand die Harfe. Sie ist eines der ältesten Instrumente überhaupt, und nahezu jede Kultur hat harfenartige Instrumente hervorgebracht. Dennoch mutet unsere moderne Konzertharfe überaus komplex an, und Menschen, die dieses Instrument beherrschen, haben die Aura des Magischen. Die Harfenistin Melinda Felletar stammt aus Ungarn und wurde in Moskau ausgebildet. Mit gleich zwei Werken unterschiedlichster Art konnte sie die Bandbreite ihres Könnens zeigen – die ursprünglich geplanten „Danses“ von Debussy als drittes Werk wurden aus Zeitgründen nicht gespielt. Das Konzert des Mozart-Zeitgenossen Carl Ditters von Dittersdorf ist original für Cembalo komponiert. Im Verein mit dem klar intonierenden Arpeggione Orches­ter erklang es feinsinnig und damit stilsicher. Melinda Felletar trat mit einer wunderbaren Kadenz im langsamen Satz hervor und zeigte Temperament im abschließenden Rondeau. Flexibilität, Klangreichtum und Virtuosität waren gefordert in Maurice Ravels „Introduktion und Allegro“ von 1905. Dies alles löste die sympathische Musikerin beglückend ein, an der Seite der Soli im Orchester. Dieses musizierte an diesem Abend unter der Leitung von James Brooks-Bruzzese, geboren in Panama, erfolgreicher Dirigent und Festivalleiter in Florida. Mit dem Arpeggione Orchester hat er schon mehrmals gearbeitet, mit ihm unter anderem eine Tournee durch Nord- und Mittelamerika gemacht.

Stilistisch differenziert

Er wirkt bescheiden, auch in seinen Dirigierbewegungen, und doch ist das Ergebnis beachtlich. Das Orchester spielte an diesem Abend besonders rein (Ausnahme der gänzliche Beginn), und es ist diesem Dirigenten und sicher auch seiner hervorragend agierenden Konzertmeisterin zu danken, wie stilistisch differenziert hier musiziert wurde. Denn die beiden Serenaden, die den Anfang und den Schluss des Konzertes bildeten, waren recht unterschiedlich.

Mozarts KV 239 bezauberte mit schönen Violin- und Paukensoli, schlank und vibratoarm dargeboten, während Ernst von Dohnànyis Serenade Opus 10 von 1902 vom Arpeggione Orchester mit sattem Klang gespielt wurde, ganz im Stile der russischen Streicherkultur, der die meis­ten Musiker des Kammerorchesters Arpeggione verpflichtet sind. Somit gelang diesem feinen, kleinen Ensemble ein hervorragender Abend, und auch seine Pläne lassen aufhorchen. Am 20. September ist Weltstar Vesselina Kasarova als Solistin vorgesehen, und für nächste Saison ist Beethovens „Neunte“ unter Kirill Petrenko ge­plant.

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