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In Bildern denken

Das milK_Ressort zeigt Arbeiten des Vorarlberger Malers Richard Bösch.

Weit verstreut sind die Häuser der Gemeinde Göfis und dort, zwischen Wald, Wiesen und Pferdekoppel, in Agasella, ist die einstige Milchsammelstelle zu finden. Seit zwei Jahren wird hier „MittenImLandKunst“ geboten. Kurz: milK_ressort. Harald Gfader und Christine Lingg, die das Projekt betreuen, legen Wert darauf, Werke von Künstlern vorzustellen, die eine eigene authentische Sprache entwickelten. Zu ihnen gehört sicher auch der Vorarl­berger Maler Richard Bösch, der eigentlich für dick, pastos aufgetragene Farbe auf großen Leinwänden bekannt ist.

Wie aber kann Bösch seine Bilder in diesem winzigen Raum präsentieren? Es geht: An der Schmalseite gegenüber dem Eingang hängt eine große, in diesem Jahr entstandene Arbeit in frisch leuchtenden Gelbtönen. Ihr gegenüber, neben der Eingangstüre, hängt das kleinere Gegenstück, eine Arbeit in dunklen Farbtönen. Entlang der breiten Seitenwände hängen dicht gedrängt Gemälde, sind linksseitig nach der Oberkante ausgerichtet und „stehen“ auf der gegen­überliegenden Seite auf der Unterkante. Mit Fingerspitzengefühl und Raffinesse gelang es Gfader so, in diesem kleinen Raum insgesamt 27 Gemälde und vier Papierobjekte angemessen zu präsentieren.

Richard Bösch studierte in Wien bei Herbert Boeckl und Walter Eckert und lebt und arbeitet in Hörbranz. Einfühlsam zeichnete Peter Niedermair anlässlich der Vernissage das Leben des 71-jährigen Malers nach. Er erinnert an Böschs Kindheit in Hohenems, am Alten Rhein, direkt an der Grenze zur Schweiz, wo sein Vater als Zollamtsleiter seinen Dienst tat und ihm die Schicksale flüchtender Juden und Jüdinnen sicher nicht entgingen. Vielleicht lernte Richard Bösch damals schon, genau und kritisch zu sehen. Spröde und doch empfindsam, zuweilen melancholisch wirken seine Gemälde.

Pinseltanz

Auf jedem dieser in den vergangenen sechs Jahren entstandenen Bilder ist ein anderer, stets lebhafter Pinseltanz zu beobachten. Abwechselnd setzt Bösch Spachtel und verschieden breite Pinsel ein, nimmt glättend Farbe ab, lässt die darunter liegende wieder durchblitzen.

Und vielleicht erzählen diese Bilder doch von frühen Erlebnissen, von gelben lichtdurchfluteten Wiesen, braun-grün morastigem Boden, von Licht, das zwischen Zweigen aufblitzt, von frischem Gelb, das helles Grau verdrängt. Selten nur sind Spuren von Blau zu finden oder gar lichtem Blau, das an die Weite des Himmels erinnert. Erdgebunden bleibt seine Farbpalette. „Man denkt nur in Bildern“, zitierte Niedermair eine Notiz von Albert Camus. Auch Erinnerungen manifestierten sich in in den Bildern.

inge el-himoud-sperlich

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