Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Mit dem Käfer in den Süden

Die Geschwister Pfister nehmen ihr Publikum mit auf eine Reise nach Bella Italia – und treffen dort die Stars von gestern.

angelika drnek

Die Geschwister Pfister. Das ist jenes Trio, bei dessen Erwähnung die Gesichtszüge von Musik- und Kabarettliebhabern augenblicklich einen Ausdruck von Bewunderung und Glücksgefühl annehmen. Zumindest bei jenen, für die bitterböser Humor mit Zuckerguss und permanentes Changieren zwischen Geschlechterrollen Anlass zu Freudentränen geben. Dieser Anlassfall war an den beiden vergangenen Abenden im Bregenzer Freudenhaus beim Seelax-Festival von Willi Pramstaller gegeben. Und auch heute Abend werden die Pfisters ihr Publikum voraussichtlich wieder zu Jubelstürmen hinreißen. Wie sie das machen? Sie kramen in der Klamottenkiste, stellen einen roten VW-Käfer aus Pappe auf die Bühne, steigen ein und fahren nach Italien. Wohin auch sonst – mimen die drei (Fräulein Schneider, Toni und Ursli Pfister) doch eine deutsche Vater-Mutter-Kind-Familie aus den 50er-Jahren.

Keine Angst vor Kitsch

Das aktuelle Programm „Wie wär’s, wie wär’s?“ ist dann auch gespickt mit Schlagern, Schnulzetten und ziemlich viel Schmalz. Vor Überdosierungen in Sachen Kitsch haben die Pfisters ja noch nie Halt gemacht, doch torpedieren sie die schmerzfreie Zone „Schlagerwelt“ mit Witz und satirischem Zugang. Mit viel Hüftschwung, kleinen Giftpfeilen und den Dancefloor-Moves vergangener Jahrzehnte schmettert das Trio die alten Hits von Karel Gott und Konsorten – musikalisch begleitet vom Jo-Roloff-Trio: Herzzerreißend, stimmlich perfekt und abwechslungsreich genug, um zwei Stunden Unterhaltung auf höchstem Niveau zu bieten. Dazu trägt auch der häufige Rollenwechsel bei. Nach der Pause tritt das Fräulein als Pizzakoch der lokalen Trattoria auf, lehrt dem Publikum das Grausen und kündigt schließlich eine große Überraschung an. Da stehen dann nach der Reihe Vicky Leandros (Ursli), Karel Gott und Nana Mous­kouri (das Fräulein) sowie die Kessler-Zwillinge (Toni und Ursli) auf der Bühne. Ziemlich viel cross-dressing also.

Das Publikum klatschte nicht nur, sondern sang zum Teil auch mit. Kein Wunder, manche kennen die Songs noch aus ihrer Jugendzeit. Dass die Verbundenheit zu solchem Liedgut auch in einer satirischen Show wie jener Platz hat, ist eines der Verdienste der Geschwister Pfister. Denn unter all den kleinen Bösartigkeiten ihres Programms („When I jerk off, I think of you“) ist doch immer auch die Liebe zur Musik und zum Genre Schlager erkennbar.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.