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Tour-Ende in Dornbirn

Die britische Melodic-Rockband Magnum sorgte am Dienstag im Conrad Sohm für Begeisterung.

peter bader

Bob Catley war einer der besten Sänger der Rockgeschichte. Obwohl die britische Melodic-Rockband Magnum in ihrem 40-jährigen Bestehen nie den ganz großen Erfolg einfahren konnte, adelte Catleys durchdringende, höhentreibende Stimme mit Strahlkraft noch bis in die 90er-Jahre jeden Magnum-Song. Am Dienstagabend war im Dornbirner Conrad Sohm ein Sänger zu erleben, der – merklich gealtert, er wird im September 67 – mit der Vollhöhe sparsam umging und Spitzentöne bis zuletzt ganz mied.

Raumgreifend

Ein Sänger, dessen Stimme einfach insgesamt nicht mehr so gut klang wie früher. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Getragen von einer Band, die tight rockte, führte Catley zumindest körpersprachlich den raumgreifenden Rocksänger vor, der er einst war. Dies gestenreich mit im Ventilatorwind wehendem weißem, halblangem Haar. Schon mit dem Opener „Live ’til you die“, der auch das aktuelle Album „Escape from the shadow garden“ eröffnet, hatte er das – nicht allzu zahlreich erschienene – Publikum fest im Griff. Kein Wunder, sind doch die Magnum-Songs mit ihren typischen Ingredienzien dazu geeignet, live bestens zu funktionieren. Stampfende Rhythmen etwa bei „All England’s eyes“ und „Vigilante“, Heavy-Riffs etwa bei „Black Skies“, hymnische Klänge etwa bei „Freedom day“ und Mitsing-Refrains etwa bei „How far Jerusalem“ sind äußerst publikumswirksam. Genauso wie die Mischung aus Balladenhaftem und Rockigem. Seine Wirkung verfehlte auch der dreistimmige Gesang bei diversen Hooklines nicht.

Mit der Setlist des Abends wurde das Schaffen der Band zurück bis in die 80er-Jahre abgedeckt; ein gut ausgewähltes Repertoire, das ein kurzweiliges Set garantierte. So wurde die Performance der fünfköpfigen Band, bestehend aus Bob Catley (Gesang), Tony Clarkin (E-Gitarre), Al Barrow (E-Bass), Harry James (Schlagzeug) und Mark Stanway (Keyboards) auch mit viel Applaus bedacht.

Zurückhaltend

Solistisch trat besonders Tony Clarkin in den Vordergrund. Dies aber bedächtig und angenehm zurückhaltend, ohne das bei manchen Vertretern der Gitarrenzunft übliche Gitarristen-Getue. Neben Catley ist Clarkin übrigens das einzige Gründungsmitglied der Band. Er wird im November 68. Als Frontman gab Catley zwar den gebärdenreichen Anheizer, hielt sich aber in seiner verbalen Kommunikation mit dem Publikum auffallend zurück. Die Songs sagte er prinzipiell nicht an. Dafür meinte er in seinen Schlussworten, dass die „Escape from the shadow garden“-Tour in Dornbirn einen würdigen Abschluss gefunden habe. Dies meinte auch das Publikum, denn ohne Zugaben durften die Musiker den Club nicht verlassen. Diese wurden auch gewährt. Berührend war hierbei der Einstieg in den Titel „The spirit“: Nur von Clarkin begleitet sang Catley die balladenhafte Nummer, die sich allerdings mit dem Einsatz der Band in einen Rocksong zum Mitklatschen verwandelte. Mit der Komposition „Sacred hour“ – sehr sinnig – beschloss die Band dann ihr Konzert in Dornbirn. Und ihre Tour.

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