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Famos und namenlos

Im Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch können Besucher derzeit in den Kosmos der kleinen und feinen Dinge eintauchen.

angelika drnek

Namenloses Design, das funktioniert und im besten Falle fasziniert, ist das Thema der aktuellen Schau im „Werkraum Bregenzerwald“. Nach Winterthur, Lausanne und Mailand ist Andelsbuch nun die vierte Station der Sammlung von Alltäglichkeiten und Selbstverständnissen, die der Schweizer Gestalter und Dozent Franco Clivio in Jahrzehnte währender Begeisterung für „den richtigen Gegenstand“ zusammengetragen hat. Richtig bedeutet für Clivio, der 1942 in Mailand geboren wurde und unter anderem für Gardena und Lamy gearbeitet hat, die elegante Lösung eines Problems und beklagt, dass der Mensch allzu oft nur jene Dinge sieht, die einen Namen tragen.

Gestalterische Qualität

Seine Sammlung besteht aus Hunderten meist kleinen Objekten („Sie müssen in meine Hosentasche passen“), gesucht und gefunden auf Flohmärkten, bei Altwarenhändlern und in Warenhäusern. Wenn auch die Vorgabe des Hosentaschenformats nicht immer erfüllt wird, das Kriterium der hohen gestalterischen Qualität müssen die Fundstücke jedenfalls erfüllen, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Dabei geht es Clivio nicht um Design-Klassiker oder Prototypen. Ihn interessieren jene alltäglichen Gebrauchsgegenstände, die ein Problem lösen und nicht durch ihr Design ein neues Problem schaffen.

In diesem Wikipedia des guten Designs, grob gegliedert in Kategorien wie „Griffe“, „Schneiden“ oder „Verbindungsstücke“ finden sich beispielsweise aus nur einem Stück geformte Rührbesen, Faltlampions, zusammenklappbare Mini-Sitzmöbel oder auch ein Farbmischkreisel. Im Werkraum in Szene gesetzt wurden sie von Co-Kurator und Produktfotograf Hans Hansen. Für Werkraum-Leiterin Renate Breuss hat die Ausstellung Relevanz, weil sie sowohl das genaue Hinsehen, eventuell sogar das Erkennen thematisiert und gleichzeitig dem Alltäglichen verpflichtet ist. Letzteres sei auch wesentlich für das Handwerk der Region. Für Breuss Grund genug, im Werkraum einen Workshop mit Clivio anzubieten – für all jene, die beim Wettbewerb „handwerk+form“ teilnehmen wollen. Nach der aktuellen Schau widmet sich der Werk­raum dem Kochen und der Küche (19. Juni bis 5. September). Dabei werden nicht nur Funktion und Form von Küchen untersucht, auch das Lebensmittelhandwerk steht im Mittelpunkt. Höhepunkt der Ausstellung dürfte der letzte Tag sein – wenn der Vorarlberger Künstler Paul Renner eine essbare Skulptur serviert.

„No Name Design“: Eröffnung heute, 18 Uhr. Die Schau läuft bis 2. Mai.

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